Kuno Hofmann
- Aktive Jahre
- 1971–1972
- Modus Operandi
- ErschießenOkkultismus
Kuno Hofmann wurde 1931 in Bayern geboren, von Geburt an oder früher Kindheit an gehörlos. Als gehörloser Landarbeiter bei Nürnberg schändete er 1971 und 1972 mindestens 35 Mal Gräber und Leichen auf Friedhöfen der Stadt, im Mai 1972 erschoss er zusätzlich ein junges Paar und trank dessen Blut. Die Presse nannte ihn seither den „Vampir von Nürnberg”. Nach 32 Jahren Haft wurde er 2004 entlassen.
Werdegang
Sein Vater schlug ihn von klein auf, weil die Gehörlosigkeit in der NS-Zeit als „unwertes Leben” galt. Einen Großteil seiner Jugend verbrachte er in Heimen, später fielen mehrere kleinere Straftaten und Gefängnisaufenthalte auf. Nach eigenen Angaben hatten ihm Bekannte aus einem okkulten, satanistisch geprägten Umfeld eingeredet, das Trinken von Menschenblut könne ihm sein Gehör zurückgeben. Diese Überzeugung wurde zum zentralen Motiv seiner Taten.
Taten
Zwischen 1971 und 1972 brach er wiederholt nachts in Nürnberger Friedhöfe und Leichenhallen ein, öffnete frisch beigesetzte Gräber und schändete die Leichen mit Messern und Rasierklingen, um ihnen Blut abzuzapfen und zu trinken. Ermittler dokumentierten später mindestens 35 solcher Vorfälle. Im Mai 1972 ging er erstmals gegen Lebende vor: Er erschoss das junge Paar Markus Adler (24) und dessen Verlobte Ruth Lissy (18) in ihrem Auto bei Lindelbach im Nürnberger Land und trank auch von ihrem Blut aus den Schusswunden.
Festnahme und Prozess
Ende Mai 1972 beobachtete ein Friedhofswärter auf dem Westfriedhof einen Mann, der eine frisch ausgegrabene Leiche küsste. Ein Kollege erkannte in der Beschreibung Kuno Hofmann wieder, der kurz zuvor überstürzt seine Arbeitsstelle gekündigt hatte. Am 10. Mai 1972 wurde er festgenommen und legte ein umfassendes Geständnis ab. Gutachter stuften ihn trotz seiner Taten als schuldfähig ein. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei lebenslangen Freiheitsstrafen für den Doppelmord sowie zu zehn weiteren Jahren wegen Schüssen, die er bei einem Vorfall auf dem Westfriedhof abgegeben hatte.
Nachwirkungen
Nach 32 Jahren Haft wurde Kuno Hofmann 2004 entlassen. Berichten zufolge lebt er seither unter neuer Identität anonym im Raum Nürnberg und soll in den Jahren danach begonnen haben, seine Erinnerungen niederzuschreiben.