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Krystian Bala

Blick auf den historischen Marktplatz von Wrocław aus der Vogelperspektive
Wikimedia Commons / Hrs Poland · CC BY-SA 3.0
1
Opfer
inhaftiert
TotschlägerWrocław , Polen
Aktive Jahre
2000
Modus Operandi
ErwürgenErstechen

Krystian Bala wurde 1974 im polnischen Chojnów geboren und studierte Philosophie an der Universität Wrocław. Im November 2000 ermordete er in Wrocław den Werbekaufmann Dariusz Janiszewski aus Eifersucht. Drei Jahre später veröffentlichte er den Roman „Amok”, der eine Tötung mit auffällig ähnlicher Methode schilderte, ein Detail, das schließlich zu seiner Überführung beitrug.

Werdegang

Vor seiner Verurteilung war Krystian als Reisender, Fotograf und Tauchlehrer tätig und schrieb gelegentlich Auftragstexte. Er lebte mit seiner Frau in Wrocław, die Ehe geriet jedoch in eine Krise. Ein von ihm beauftragter Privatdetektiv beobachtete seine Frau und meldete ihm, dass sie sich mit einem anderen Mann traf: Dariusz Janiszewski, einem 35 Jahre alten Werbekaufmann.

Die Tat

Am 13. November 2000 verschwand Dariusz aus Wrocław. Sein Leichnam wurde wenig später im Wasser gefunden, die Hände auf dem Rücken gefesselt, eine Schlinge um den Hals. Die Wrocławer Polizei kam in den folgenden Monaten kaum voran und legte die Ermittlungen nach einem halben Jahr weitgehend auf Eis.

2003 veröffentlichte Krystian unter eigenem Namen seinen Debütroman „Amok”. Darin beschrieb er eine Tötung, bei der das Opfer auf sehr ähnliche Weise gefesselt und mit einer Schlinge stranguliert wird wie der Werbekaufmann drei Jahre zuvor. Die Übereinstimmung blieb zunächst ohne Folgen, da niemand den Roman mit dem ungelösten Fall in Verbindung brachte.

Ermittlung und Prozess

2005 erreichte die Polizei ein anonymer Hinweis, der die Ermittlungen neu belebte. Der zuständige Kommissar Jacek Wróblewski fand heraus, dass das gestohlene Mobiltelefon des Opfers wenige Tage nach dessen Verschwinden über eine Internet-Auktion verkauft worden war, und zwar über ein Konto, das auf Krystian registriert war. Eine Telefonkarte, mit der am Verschwindetag sowohl das Büro des Opfers als auch Krystians eigene Freundin und seine Eltern angerufen worden waren, verstärkte den Verdacht zusätzlich. Erst in diesem Zusammenhang fiel den Ermittlern auch die Ähnlichkeit zwischen dem Mordfall und der Romanhandlung auf, die der Autor nach eigener Aussage nur aus Zeitungsberichten übernommen haben wollte.

Krystian wurde 2005 festgenommen, zunächst wieder freigelassen und nach weiteren Beweisen erneut verhaftet. Im April 2006 legte er ein kurzes Geständnis ab, das er später widerrief. Am 5. September 2007 verurteilte ihn ein Gericht in Wrocław zu 25 Jahren Haft. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er den Mord geplant und in Auftrag gegeben hatte, auch wenn nicht zweifelsfrei belegt werden konnte, dass er selbst zustach. Eine Berufungsinstanz ordnete 2008 einen neuen Prozess an, der die Verurteilung im Dezember desselben Jahres jedoch bestätigte.

Nachwirkungen

Krystian Bala bestreitet die Tat bis heute und beteuert, sämtliche Details seines Romans stammten allein aus öffentlich zugänglichen Presseberichten. Das Urteil wurde in mehreren Berufungsverfahren bestätigt, das reguläre Ende seiner Haftstrafe ist für Januar 2031 vorgesehen, ein Antrag auf vorzeitige Entlassung wurde 2021 abgelehnt. Nach Verbüßung dieser Strafe muss er zudem eine weitere, separate Haftstrafe wegen des Verbergens von Geld vor Filmproduzenten antreten.

Der Fall wurde international bekannt, unter anderem durch eine Reportage des US-Journalisten David Grann im „New Yorker” und die Verfilmung „Dark Crimes” (2016) mit Jim Carrey in der Hauptrolle. Sein Roman „Amok” selbst wurde 2017 ebenfalls verfilmt.

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