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Kristen Gilbert

Polizeifoto von Kristen Gilbert
Federal Bureau of Prisons, via Wikimedia Commons · Public Domain (US-Bundesbehörde)
4
Opfer
inhaftiert
SerienmörderNorthampton , USA
Aktive Jahre
1995–1996
Modus Operandi
Vergiftung

Kristen Gilbert, Krankenschwester am Veterans Affairs Medical Center in Northampton, Massachusetts, injizierte 1995 und 1996 mehreren Patienten heimlich tödliche Überdosen des Herzmedikaments Adrenalin, um anschließend als Ersthelferin bei den von ihr selbst ausgelösten Herzstillständen zu glänzen. Sie wurde 2001 wegen vierfachen Mordes sowie zweifachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft ohne Bewährungsmöglichkeit verurteilt.

Werdegang

Sie wurde am 13. November 1967 als Kristen Heather Strickland in Fall River, Massachusetts, geboren. Ihr Vater arbeitete als Führungskraft in der Elektronikbranche, ihre Mutter als Hausfrau und zeitweise als Lehrerin. Bereits als Jugendliche fiel sie durch häufiges Lügen auf, erfand unter anderem Suizidversuche, um Aufmerksamkeit zu erregen, und äußerte wiederholt Gewaltdrohungen. Nach der High School studierte sie zunächst am Bridgewater State College, später am Mount Wachusett Community College und der Greenfield Community College, wo sie 1988 ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester machte. Im selben Jahr heiratete sie Glenn Gilbert, mit dem sie zwei Söhne bekam, die Ehe wurde 1998 geschieden. 1989 begann sie ihre Tätigkeit am Veterans Affairs Medical Center in Northampton.

Kriminelle Aktivitäten

Sie injizierte ihren Opfern Adrenalin direkt in die intravenösen Infusionsbeutel, was bei den Patienten Herzstillstände auslöste, obwohl diese zuvor keine Herzprobleme gehabt hatten. Häufig war sie es selbst, die anschließend die Reanimation einleitete. Zwischen 1989 und 1996 registrierte die Klinik während ihrer Schichten eine auffällig hohe Zahl von 350 Todesfällen, ein statistisch kaum erklärbarer Wert. Als Motiv vermuteten Ermittler, dass sie durch die selbst inszenierten Notfälle die Nähe zu ihrem damaligen Liebesinteresse, dem Sicherheitsbeamten James Perrault, suchte, der während der Notfälle regelmäßig hinzugerufen wurde.

Namentlich bekannte Opfer:

  1. Stanley Jagodowski
  2. Henry Hudon
  3. Kenneth Cutting
  4. Edward Skwira

Daneben wurde sie wegen zweier weiterer versuchter Morde an Patienten verurteilt, die die Injektionen überlebten.

Ermittlung und Festnahme

1996 bemerkten mehrere Kolleginnen den ungewöhnlichen Anstieg der Todesfälle während ihrer Nachtschichten sowie einen auffälligen Schwund der Adrenalin-Bestände und informierten die Klinikleitung. Nachdem sie im Juni 1996 wegen einer Medikamentenüberdosis psychiatrisch behandelt wurde, gestand sie gegenüber James Perrault die Taten, der die Information an die Ermittler weitergab. Kurz darauf verübte sie zudem eine Bombendrohung gegen die Klinik, um von den Ermittlungen abzulenken, wofür sie 1998 gesondert verurteilt wurde.

Prozess

Am 14. März 2001 sprach eine Bundesjury sie in drei Fällen des Mordes ersten Grades, in einem Fall des Mordes zweiten Grades sowie in zwei Fällen des versuchten Mordes schuldig. Da sich die Taten auf Bundesgebiet ereigneten, wäre theoretisch die Todesstrafe möglich gewesen, die Jury empfahl jedoch am 26. März 2001 lebenslange Haft. Am 27. März 2001 verurteilte das Gericht sie zu vier aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen ohne Bewährungsmöglichkeit zuzüglich 20 Jahren.

Nachwirkungen

Sie zog 2003 ihre Berufung zurück, nachdem eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs den Weg für ein neues Verfahren mit möglicher Todesstrafe geebnet hätte. Sie verbüßt ihre Strafe im Federal Medical Center Carswell in Fort Worth, Texas. Der Fall gilt bis heute als eines der folgenschwersten Beispiele für Medikamentenmissbrauch durch Pflegepersonal in amerikanischen Krankenhäusern und führte zu verschärften Kontrollen bei der Ausgabe von Notfallmedikamenten in US-Kliniken.

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