Klaus Gossmann
- Aktive Jahre
- 1960–1965
- Modus Operandi
- Erschießen
Drei Pistolen in den Taschen eines festgenommenen Studenten passten 1965 zu einer jahrelangen Mordserie. Klaus Gossmann hatte sieben Menschen erschossen, das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte ihn 1967 wegen fünf Morden. Die zeitgenössische Prozessreportage der ZEIT schildert den entscheidenden ballistischen Abgleich.
Werdegang
Sein Vater, Berufsoffizier, blieb im Februar 1945 vermisst. Er selbst besuchte zunächst die Volksschule, wiederholte eine Klasse an der Oberrealschule Hersbruck und wechselte später an die Oberschule Ingolstadt, wo er im Juli 1962 sein Abitur ablegte. Danach begann er ein Studium der Volkswirtschaft, das er wieder abbrach, ehe er sich als Theologiestudent einschrieb. Im Herbst 1964 trat er als Offiziersanwärter in die Bundeswehr ein, desertierte aber bereits im April 1965.
Parallel zu diesem äußerlich geordneten Lebenslauf führte er bereits seit 1960 Raubüberfälle und Tötungen aus. Er bezeichnete sich selbst als „Todesengel” und führte akribisch Tagebuch über seine Taten. Als sein bekanntestes Ziel plante er die Entführung der Schauspielerin Elke Sommer und ritzte ihren Namen in den Lauf einer seiner Waffen.
Taten
Zwischen 1960 und 1965 tötete er sieben Menschen, Männer wie Frauen, durch Schüsse. Ein Teil der Opfer starb bei gezielten Raubüberfällen, andere wurden offenbar wahllos auf offener Straße erschossen. Mehrere Überfälle fanden um die Mittagszeit statt. Daraus entstand der Beiname, obwohl Klaus Gossmann später erklärte, die Uhrzeit habe keine besondere taktische Bedeutung gehabt.
Festnahme und Prozess
Er wurde am 1. Juni 1965 nach einem Vorfall mit Schusswaffengebrauch in einem Nürnberger Kaufhaus festgenommen. Bei ihm und in seiner angemieteten Wohnung stellten die Ermittler mehrere Waffen sicher, die sich forensisch mehreren der vorangegangenen Taten zuordnen ließen. Er legte ein Geständnis ab. Am 27. Juli 1967 wurde er wegen fünf Morden und drei besonders schweren Raubüberfällen zu lebenslanger Haft verurteilt.
Nachwirkungen
Nach knapp fünfzig Jahren Haft wurde er am 26. Februar 2015 entlassen. Er lebt seither unter einer neuen Identität, deutsche Medien nennen aus Gründen des Resozialisierungsinteresses meist nur noch seinen abgekürzten Nachnamen. Der Fall bleibt einer der bekanntesten Serienmordfälle der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte, nicht zuletzt wegen des ungewöhnlichen Kontrasts zwischen dem bürgerlichen Lebenslauf des Täters als Abiturient und angehender Theologe und der Kaltblütigkeit seiner Taten.