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Klaas Annink

genannt „Huttenkloas"

Das Palthehuis in Oldenzaal, in dessen Museum der Zwangsstuhl aus Huttenkloas' Verhör noch ausgestellt ist
Bildspende, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0 DE
2
Opfer
„Huttenkloas"
hingerichtet
SerienmörderHengevelde , Niederlande
Aktive Jahre
bis 1774

Klaas Annink kam am 18. Juni 1710 im Dorf Bentelo in der damaligen Republik der Vereinigten Niederlande zur Welt, im heutigen Overijssel. Unter dem Spitznamen „Huttenkloas“ ging er zusammen mit seiner Frau und seinem älteren Sohn über Jahre Raubüberfällen und mindestens zwei Morden in der Region Twente nach, bevor die Familie 1775 nach einem aufsehenerregenden Prozess öffentlich hingerichtet wurde.

Werdegang

Er bewirtschaftete mit seiner Frau Aarne Spanjers einen kleinen Hof namens „De Huttenplaats“ an der Wienersteeg bei Hengevelde, nahe der Stadt Goor. Für die Landwirtschaft interessierte er sich jedoch kaum. Stattdessen verlegte er sich zusammen mit seiner Familie zunehmend auf Diebstahl: Er und seine beiden Söhne, der ältere Jannes und der jüngere Gerrit, stahlen Bienenstöcke, Vieh und andere Güter aus der Nachbarschaft und sollen Anzeiger mit Brandstiftung bedroht haben, um sie zum Schweigen zu bringen.

Taten

Aus dieser Serie an Eigentumsdelikten entwickelten sich mindestens zwei Tötungen. Ein Neffe seiner Frau, in der Überlieferung nur als Pompen-Herman bekannt, wurde beim Rauchen von Jannes mit einer Axt erschlagen. Das zweite bekannte Opfer war Willem Stint, ein Strumpfhändler aus Hannover, der im Winter 1774 auf dem Markt in Goor Handel trieb und danach spurlos verschwand. Er wurde im Schlaf mit einer Axt getötet. Wie viele weitere Verschwundene der Familie tatsächlich zum Opfer fielen, ließ sich später nicht mehr abschließend klären, in der Überlieferung ist neben den beiden genannten Fällen wiederholt von „mehreren” weiteren Toten die Rede, ohne dass dafür Namen oder Beweise überliefert sind.

Festnahme und Verhör

Als Willem von seiner Handelsreise nicht zurückkehrte, machte sich sein Vater auf die Suche. An einem Sonntag nach dem Kirchgang erkannte er an einem Mann die selbstgewebten, auffällig hellblau, grün und violett gemusterten Strümpfe sowie die Hose seines Sohnes wieder. Er meldete den Verdacht dem zuständigen Richter, der bewaffnete Waldläufer zur Festnahme aussandte.

In Oldenzaal wurde Klaas anschließend gut 110 Tage lang in einem eigens angefertigten Zwangsstuhl mit Metalldornen, Eisenfesseln und Bauchriemen festgehalten, um ein Geständnis zu erzwingen. Nicht er selbst, sondern sein jüngster Sohn Gerrit brach unter dem Druck zusammen und offenbarte den Ermittlern die Taten der Familie. Weil Gerrit als Kind noch nicht strafmündig war, wurde er nicht verurteilt, sondern als Schiffsjunge zur See geschickt.

Prozess und Hinrichtung

Der Prozess, in der Region noch lange als „Prozess des Jahrhunderts“ in Erinnerung geblieben, endete am 13. September 1775 mit Todesurteilen gegen Klaas, seine Frau und seinen älteren Sohn. Klaas und Jannes wurden zum Rädern verurteilt, eine Hinrichtungsart, bei der die Knochen mit einer Eisenstange gebrochen wurden, während seine Frau erdrosselt wurde. Die öffentliche Hinrichtung auf dem Galgenberg bei Oldenzaal soll mehr als 20.000 Schaulustige angezogen haben, die Leichen wurden anschließend unter dem Galgen begraben.

Nachwirkungen

Der Zwangsstuhl, in dem Huttenkloas monatelang gefangen gehalten wurde, steht bis heute im historischen Museum Palthehuis in Oldenzaal und gilt als eines der bekanntesten Ausstellungsstücke des Hauses. Der Fall blieb in Twente als Sage weiterlebendig, auch wenn er anders als viele echte Sagen auf einem dokumentierten Gerichtsverfahren beruht: Ein Musiker widmete ihm 2009 eine Ballade, eine Brauerei aus Albergen benannte ein Bier nach seinem Spitznamen, und zum 250. Jahrestag der Hinrichtung 2025 inszenierte die Stadt Oldenzaal ein eigenes Musiktheaterstück über den Fall.