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Kim De Gelder

Das Rathaus von Dendermonde, der Stadt, zu der der Tatort Sint-Gillis-bij-Dendermonde gehört
Ad Meskens, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
4
Opfer
inhaftiert
AmokläuferDendermonde , Belgien
Aktive Jahre
2009
Modus Operandi
Erstechen

Kim De Gelder, geboren 1988 im ostflämischen Sinaai, tötete am 23. Januar 2009 in der Kindertagesstätte Fabeltjesland im Ortsteil Sint-Gillis-bij-Dendermonde zwei Säuglinge und eine Betreuerin mit einem Messer. Eine Woche zuvor hatte er bereits eine ältere Frau in ihrer Wohnung erstochen.

Werdegang

Er wuchs zurückgezogen auf und litt bereits als Teenager unter schweren Depressionen. Mit 18 Jahren wurde eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik erwogen, kam aber nicht zustande, nachdem ein Psychiater eine Unterbringung für nicht notwendig befunden hatte. Er berichtete später, Stimmen gehört zu haben. Vorstrafen hatte er nicht, war der Polizei aber wegen kleinerer drogenbezogener Delikte bekannt.

Die Taten

Am 16. Januar 2009 erstach er die 72-jährige Elza Van Raemdonck in ihrer Wohnung im Ort Vrasene. Zunächst leugnete er die Tat, gestand sie aber am 2. März 2009 nach einer neunstündigen Vernehmung.

Am Morgen des 23. Januar 2009 betrat er über eine unverschlossene Seitentür die Kindertagesstätte Fabeltjesland, in der zu diesem Zeitpunkt 18 Kleinkinder und sechs Erwachsene anwesend waren. Unter dem Vorwand, eine Frage zu haben, verschaffte er sich Zutritt, zog dann ein Messer und griff wahllos Kinder und Betreuerinnen in mehreren Räumen an. Getötet wurden die neun Monate alten Säuglinge Leon Garcia-Mannaert und Corneel Vermeir sowie die 54-jährige Betreuerin Marita Blindeman. Zwölf weitere Personen, darunter zehn Kinder, wurden verletzt. Der Täter floh anschließend mit dem Fahrrad und wurde kurz darauf im Nachbarort Lebbeke festgenommen. Er trug bei seiner Festnahme eine Schutzweste sowie eine Axt und eine Attrappenpistole bei sich.

Prozess und Begutachtung

Fünf Psychiater erklärten ihn zunächst übereinstimmend für zurechnungsfähig. Am 22. März 2013, mehr als vier Jahre nach den Taten, sprach ihn eine Jury des vierfachen Mordes sowie 25-fachen versuchten Mordes schuldig, am Folgetag wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nachwirkungen

2017 wurde nach einer erneuten psychiatrischen Untersuchung durch vier Experten festgestellt, dass Kim De Gelder entgegen dem ursprünglichen Prozessgutachten zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Im Mai 2019 ordnete ein Gericht daraufhin seine Internierung an, im Januar 2022 wurde er in ein forensisch-psychiatrisches Zentrum in Antwerpen verlegt. Der Fall führte in Belgien zu einer breiten Debatte über den Zugang zu Kindertagesstätten und die Versorgungslücken bei jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen. Mehr zum Tathergang in der Schlagzeile Messerangriff in Kindertagesstätte bei Dendermonde: Drei Tote.