Kenneth Bianchi
- Aktive Jahre
- 1977–1979
Zwei Morde in Bellingham lösten 1979 eine Serie auf, die mehr als 1.500 Kilometer entfernt begonnen hatte. Kenneth Bianchi bekannte sich zu diesen Tötungen und zu fünf Morden in Kalifornien schuldig. Zugleich belastete er seinen Cousin Angelo Buono. Eine Entscheidung des Washington Court of Appeals dokumentiert die sieben Schuldbekenntnisse und seine späteren erfolglosen Angriffe auf die Urteile.
Werdegang
Kenneth Bianchi zog in den 1970er Jahren nach Los Angeles, wo er bei seinem älteren Cousin Angelo Buono unterkam, der dort eine Polsterei betrieb. Beide Männer gaben sich in der Folge häufig als Polizisten aus, um junge Frauen mit gefälschten Dienstmarken in ihr Fahrzeug zu locken.
Taten
Zwischen Oktober 1977 und Februar 1978 brachten die beiden Männer ihre Opfer in die Werkstatt des Cousins, wo sie gefoltert, vergewaltigt und erwürgt wurden. Die nackten Leichen wurden anschließend auf Hügeln rund um Los Angeles abgelegt. Zu den Opfern zählten unter anderem:
- Yolanda Washington (17), getötet am 18. Oktober 1977
- Judith Miller (15), getötet am 1. November 1977
- Lissa Kastin (21), getötet am 6. November 1977
- Dolores Cepeda (12) und Sonja Johnson (14), getötet am 13. November 1977
- Kristina Weckler (20), getötet am 20. November 1977
- Jane King (28), getötet am 23. November 1977
- Lauren Wagner (18), getötet am 29. November 1977
- Kimberly Martin (17), getötet am 13. Dezember 1977
- Cindy Hudspeth (20), getötet am 16. Februar 1978
Nachdem er 1978 allein nach Bellingham, Washington, gezogen war, tötete er dort im Januar 1979 zwei weitere Frauen, Karen Mandic (22) und Diane Wilder (27).
Festnahme und Prozess
Kenneth Bianchi wurde 1979 wegen der beiden Morde in Bellingham verhaftet und gestand. Um der Todesstrafe zu entgehen, benannte er seinen Cousin als Komplizen bei den Morden in Los Angeles und sagte gegen ihn aus. Er bekannte sich in der Folge zu fünf der kalifornischen Morde schuldig und wurde zu lebenslanger Haft mit der theoretischen Möglichkeit auf Bewährung verurteilt, für die beiden Morde in Washington erhielt er zwei weitere lebenslange Haftstrafen.
Nachwirkungen
Kenneth Bianchi verbüßt seine Haftstrafe bis heute im Washington State Penitentiary. Seine Anträge auf Bewährung wurden zuletzt 2010 und erneut 2025 abgelehnt. Der Fall gilt als einer der bekanntesten Serienmordfälle der amerikanischen Kriminalgeschichte, nicht zuletzt weil er während der Ermittlungen versuchte, eine multiple Persönlichkeitsstörung vorzutäuschen, um schuldunfähig zu erscheinen.