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Karst Tates

Das Denkmal für die Opfer des Anschlags am Königinnentag 2009 in Apeldoorn
Wikimedia Commons / Apdency · Gemeinfrei
7
Opfer
verstorben
AttentäterApeldoorn , Niederlande
Aktive Jahre
2009
Modus Operandi
Stumpfe Gewalt

Karst Roeland Tates (6. März 1971 in Zevenaar geboren) raste am 30. April 2009, dem damaligen niederländischen Königinnentag, mit seinem Auto in Apeldoorn in eine Menschenmenge, die am Straßenrand auf den offenen Bus der Königsfamilie wartete. Sieben Zuschauer starben, elf weitere wurden verletzt. Er selbst erlag zwei Tage später seinen bei dem Aufprall erlittenen Kopfverletzungen.

Werdegang

Er wuchs mit vier Geschwistern in einer Beamtenfamilie auf, sein Vater arbeitete im öffentlichen Dienst, seine Mutter zunächst als Hausfrau, später in der Wohlfahrtspflege. Nach dem Schulabschluss 1988 brach er eine Hotelfachschule ab und leistete Militärdienst. Danach wechselte er häufig die Arbeitsstelle, war 1998 zeitweise obdachlos und arbeitete zuletzt an einer Tankstelle sowie bei einem Werbeverteilunternehmen. Wer ihn kannte, beschrieb ihn als freundlich und aufmerksam, ohne Vorstrafen. In den letzten Monaten vor der Tat hatten Ermittler später Hinweise auf Stimmungsschwankungen und Substanzkonsum, eine diagnostizierte psychische Erkrankung ließ sich jedoch nicht feststellen.

Die Tat

Am Vormittag des 30. April 2009 durchbrach er mit einem schwarzen Suzuki Swift die Absperrungen an der Kreuzung Jachtlaan/Loolaan in Apeldoorn und lenkte den Wagen mit hoher Geschwindigkeit in die Zuschauermenge, die den offenen Bus mit der Königsfamilie erwartete. Der Wagen erfasste mehrere Personen und prallte schließlich gegen das Denkmal „De Naald”, einen Obelisken zu Ehren der früheren Königin Wilhelmina. Der Bus mit der Königsfamilie befand sich nur wenige Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, sie blieb selbst unverletzt, wurde aber unmittelbare Augenzeugin des Geschehens.

Unter den Todesopfern waren unter anderem die 71-jährige Tänzerin Wilfrido Plantijn, die 50-jährige Netty Martens aus Zutphen, der Busfahrer John Veldhuizen, José van den Berg und Addy Teunissen aus Apeldoorn sowie der Wachtmeister der Königlichen Marechaussee, Roel Nijenhuis. Eine weitere Frau erlag am 8. Mai 2009 ihren Verletzungen. Elf Menschen wurden verletzt.

Ermittlung und Motiv

Feuerwehrleute befreiten ihn schwer verletzt aus dem Wrack, im Krankenhaus verstarb er in der Nacht auf den 1. Mai 2009 an einer Hirnblutung, bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte. Bei der Untersuchung fanden sich keine Alkohol-, aber Cannabisspuren in seinem Blut. Ein anwesender Polizist gab an, er habe geäußert, die Königsfamilie treffen zu wollen, da er den damaligen Kronprinzen für einen Rassisten und Faschisten halte. Seine Eltern widersprachen dieser Darstellung und beschrieben ihn als jemanden, der der Königsfamilie eher wohlgesinnt gewesen sei und die Königin als stabilisierende Kraft betrachtet habe. Das genaue Motiv blieb letztlich ungeklärt.

Nachwirkungen

Da er noch vor einer möglichen Anklage starb, kam es nie zu einem Prozess. Nach niederländischem Recht hätte ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Bewährung gedroht, da ein Anschlag auf das Königshaus unter die entsprechenden Sonderparagrafen des Strafgesetzbuchs fällt. In Apeldoorn erinnert seit 2010 ein Denkmal mit blauen und weißen Glaskugeln an die Todesopfer. Der Anschlag selbst gilt als einer der schwersten Angriffe auf das niederländische Königshaus in der jüngeren Geschichte, mehr dazu im Artikel Anschlag auf Koninginnedag 2009 in Apeldoorn.