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Karol Kot

genannt „Vampir von Krakau"

Die Straße Meiselsa im Krakauer Stadtviertel Kazimierz, wo er mit seiner Familie wohnte
Wikimedia Commons / Mach240390 · CC BY 4.0
2
Opfer
„Vampir von Krakau"
hingerichtet
SerienmörderKrakau , Polen
Aktive Jahre
1964–1966

Karol Kot wurde am 18. Dezember 1946 in Krakau geboren. Als „Vampir von Krakau” griff er zwischen 1964 und 1966, noch als Jugendlicher und junger Erwachsener, wahllos Passanten mit dem Messer an und versuchte zusätzlich mehrere Giftanschläge. Mit 21 Jahren wurde er hingerichtet.

Werdegang

Er wuchs in einer bürgerlichen Familie in Krakau auf, sein Vater arbeitete als Ingenieur, seine Mutter führte den Haushalt, eine jüngere Schwester lebte ebenfalls im Haushalt. Schon während der Ferienarbeit in einem Schlachthaus im Ort Pcim entwickelte er eine Faszination für Blut und tötete dort Kälber mit, später soll er auch warmes Blut getrunken haben. Zuhause quälte er nach Zeugenaussagen die Katzen seiner Schwester, sammelte Messer und studierte anatomische Fachbücher. In der Schule blieb er trotz guter Auffassungsgabe zunehmend isoliert, engagierte sich aber im Schießsportverein Cracovia und strebte zeitweise eine militärische Laufbahn an.

Taten

Am 21. September 1964 stach er die 48 Jahre alte Helena Velgen von hinten nieder, während sie in einer Kirche betete, sie überlebte. Zwei Tage später griff er die 78 Jahre alte Franciszka Lewendowska an, als sie aus einer Straßenbahn stieg, auch sie überlebte. Am 29. September desselben Jahres erstach er die 86 Jahre alte Maria Plichota in der Nähe einer Kirche, sie starb an den Verletzungen. Nach einer Pause griff er am 13. Februar 1966 den elf Jahre alten Leszek Całka am Kościuszko-Hügel an und tötete ihn, am 14. April desselben Jahres fügte er einem acht Jahre alten Mädchen acht Stichwunden im Bauch- und Brustbereich zu, sie überlebte.

Parallel dazu versuchte er wiederholt, mit Arsen präparierte Getränke in Gaststätten unterzubringen, in der Hoffnung, dass Fremde sie tränken. Bei einem Versuch, einem Schulkameraden eine tödliche Dosis Arsen unterzujubeln, bemerkte dieser den auffälligen Geruch rechtzeitig. Bei der späteren Ermittlung fanden sich Hinweise auf mindestens vier weitere geplante, aber nicht ausgeführte Taten.

Ermittlung und Festnahme

Nach einem Hinweis einer Mitschülerin wurde er am 1. Juni 1966 festgenommen, bei der Hausdurchsuchung fanden Ermittler sechzehn Messer. Anfang Juli 1966 identifizierte ihn Helena Velgen als ihren Angreifer wieder. Er legte ein umfassendes Geständnis ab. Gerichtspsychiater bestätigten seine volle Zurechnungsfähigkeit, auf die Frage, ob Mord etwas Verwerfliches sei, soll er geantwortet haben, Moral entstehe erst aus persönlicher Befriedigung.

Prozess und Hinrichtung

Der Prozess begann am 3. Mai 1967, die Anklage lautete auf zwei vollendete und zehn versuchte Tötungen, davon sechs durch Gift, sowie vier Brandstiftungen. Am 14. Juli 1967 verurteilte ihn das Gericht zum Tode. Ein Berufungsgericht wandelte die Strafe am 22. November 1967 zunächst in lebenslange Haft um, eine höhere Instanz stellte das Todesurteil jedoch am 17. März 1968 wieder her. Am 16. Mai 1968 wurde er gehängt.

Nachwirkungen

Sein Fall gilt in Polen bis heute als einer der prägendsten der kommunistischen Ära und inspirierte unter anderem Gedichte des Lyrikers Marcin Świetlicki, die Dokumentation „Był sobie chłopiec” (2008) und den Spielfilm „Czerwony pająk” (2015). Ähnlich wie später bei Julian Kołtuń prägte der Beiname „Vampir” auch hier über Jahrzehnte das öffentliche Bild des Falls.

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