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Karla Homolka

genannt „Ken-und-Barbie-Killer"

Ansichten von St. Catharines, Ontario, wo Paul Bernardo und Karla Homolka lebten und zwei ihrer Opfer töteten
Matt0401, via Wikimedia Commons · Public Domain
3
Opfer
„Ken-und-Barbie-Killer"
frei
SerienmörderSt. Catharines , Kanada
Aktive Jahre
1990–1992

Als Karla Homolka am 14. Mai 1993 einen Deal mit der Staatsanwaltschaft schloss, waren die Videoaufnahmen ihrer Taten noch nicht gefunden. Der Bericht des kanadischen Justizministeriums hält fest, dass sie sich wegen der Tode von Leslie Mahaffy und Kristen French des Totschlags schuldig bekannte und im Gegenzug gegen Paul Bernardo aussagte. Erst später gefundene Aufnahmen belegten ihre aktive Beteiligung an den Angriffen.

Werdegang

Karla Homolka wurde am 4. Mai 1970 in Mississauga, Ontario, geboren und arbeitete als junge Frau in einer Tierarztpraxis. 1987 lernte sie auf einer Messe Paul Bernardo kennen, den sie nach Einschätzung der Ermittler in seinen sadistischen sexuellen Neigungen bestärkte. Die beiden heirateten 1991.

Taten

Am 23. Dezember 1990 betäubte sie gemeinsam mit ihrem Mann ihre 15-jährige Schwester Tammy mit einem aus ihrer Arbeitsstelle gestohlenen Betäubungsmittel, woraufhin beide sie vergewaltigten. Tammy erstickte dabei an ihrem Erbrochenen, der Fall wurde zunächst als Unfalltod eingestuft.

Im Juni 1991 entführte das Paar die 14-jährige Leslie Mahaffy, folterte und vergewaltigte sie über mehrere Tage. Als der Verband vor ihren Augen verrutschte und sie die Täter erkannte, verabreichte Karla Homolka ihr nach den späteren Aussagen ihres Mannes eine tödliche Dosis eines Medikaments. Die zerstückelte Leiche wurde in Betonblöcken eingegossen und in einem See versenkt. Am 16. April 1992 entführten sie die 15-jährige Kristen French, hielten sie mehrere Tage gefangen und missbrauchten sie, bevor Paul Bernardo sie erwürgte, während sie nach eigener späterer Zeugenaussage zusah.

Ermittlung und Festnahme

Im Januar 1993 zeigte sie ihren Mann wegen häuslicher Gewalt an, was die Ermittlungen gegen ihn beschleunigte. Nach seiner Festnahme im Februar 1993 stellte sie sich zunächst als bloße, von ihm eingeschüchterte Mitläuferin dar.

Der Deal mit der Staatsanwaltschaft

Am 14. Mai 1993 schloss sie eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft: Im Austausch für ihre Aussage gegen ihren Mann bekannte sie sich lediglich des zweifachen Totschlags schuldig und erhielt eine Haftstrafe von zwölf Jahren. Der Deal wurde geschlossen, bevor der Anwalt ihres Mannes Videoaufnahmen der Taten vorlegte, die zeigten, dass Karla Homolka deutlich aktiver an den Morden beteiligt war, als sie zugegeben hatte. Die spätere öffentliche Empörung über den bereits bindenden Deal prägte die kanadische Debatte über Kronzeugenregelungen nachhaltig.

Prozess

Ihr eigener Prozess fand vom 28. Juni bis 6. Juli 1993 unter einem gerichtlichen Publikationsverbot statt, sie wurde am 6. Juli 1993 zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Nachwirkungen

Karla Homolka wurde am 4. Juli 2005 nach voller Verbüßung ihrer Strafe entlassen. Sie lebte zunächst in Québec, zog 2007 nach Guadeloupe und kehrte später wieder nach Québec zurück, wo sie unter neuem Namen lebt, erneut geheiratet hat und drei Kinder bekam. Der Fall gilt bis heute als einer der prägendsten der kanadischen Kriminalgeschichte.

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