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Karl Gustav Hultén

Die Eisenbrücke in Staines-upon-Thames nahe dem Tatort, an dem Karl Gustav Hultén 1944 einen Taxifahrer erschoss
Mike Quinn / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerStaines-upon-Thames , Großbritannien
Aktive Jahre
1944
Modus Operandi
ErschießenKomplizen

Er gab sich als amerikanischer Fallschirmjäger-Offizier und Chicagoer Gangster aus, dabei war er in Wahrheit ein schwedischer Deserteur der US-Armee. Innerhalb einer einzigen Woche im Herbst 1944 verwandelte sich eine zufällige Begegnung in einem Londoner Teeladen in eine Serie bewaffneter Überfälle, die mit dem Mord an einem Taxifahrer endete und als Cleft-Chin-Mord in die britische Kriminalgeschichte einging.

Werdegang

Karl Gustav Hultén wurde am 3. März 1922 in Schweden geboren und arbeitete zunächst als Lebensmittelverkäufer und Mechaniker, bevor er in die USA auswanderte und sich nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor freiwillig zur US-Armee meldete. Im Zweiten Weltkrieg nach England versetzt, desertierte er 1944 und trieb sich fortan mit einem gestohlenen Militärfahrzeug durch London, wo er sich gegenüber Fremden als Offizier und Gangster ausgab.

Die Verbrechensserie

Am 3. Oktober 1944 lernte er in einem Teeladen die 18 Jahre alte Kellnerin Elizabeth Jones kennen, die von ihrem Ehemann getrennt lebte und sich von seinen Geschichten über ein Gangsterleben beeindrucken ließ. In den folgenden Tagen begingen die beiden gemeinsam mehrere Überfälle: Sie beraubten eine Krankenschwester auf dem Fahrrad und schlugen eine Anhalterin bewusstlos, die sie anschließend in einen Fluss warfen. Die Frau überlebte.

Der Mord an George Heath

Am 7. Oktober 1944 stiegen beide bei Knowle Green in der Grafschaft Middlesex, nahe der Stadt Staines, in das Taxi des 34 Jahre alten George Edward Heath. Er erschoss den Fahrer aus nächster Nähe, beide raubten ihm acht Pfund und ließen die Leiche im Wagen zurück. Das Geld setzten sie am nächsten Tag bei Hunderennen ein.

Festnahme und Prozess

Weil er weiterhin mit dem gestohlenen Taxi durch London fuhr, nahm ihn die Polizei rasch fest, in seiner Tasche fand sie einen Revolver. Elizabeth Jones stellte sich kurz darauf freiwillig. Vor Gericht beschuldigten sich beide gegenseitig: Sie behauptete, aus Angst vor Gewalt unter seinem Einfluss gehandelt zu haben. Der zuständige Richter verurteilte im Januar 1945 beide zum Tode.

Hinrichtung

Während die Geschworenen im Prozess gegen Elizabeth Jones eine Empfehlung zur Begnadigung aussprachen, blieb Karl Gustav Hultén davon ausgenommen. Er wurde am 8. März 1945 im Pentonville Prison in London gehängt, mit 23 Jahren. Sein Fall inspirierte den Schriftsteller George Orwell zu seinem bekannten Essay über den Wandel britischer Kriminalfälle im Kriegs- und Nachkriegsengland. Das spätere Schicksal seiner Komplizin, die begnadigt wurde, ist auf ihrem eigenen Profil nachzulesen.

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