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Karl Bluestone

Wohnstraße in Gravesend, Kent, in dessen Vorort Riverview Park Karl Bluestone seine Familie tötete
JThomas / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
3
Opfer
Suizid
MassenmörderGravesend , Großbritannien
Aktive Jahre
2001
Modus Operandi
Stumpfe Gewalt

Der Täter war selbst Polizist, deshalb blieben vier Vorfälle häuslicher Gewalt in seiner eigenen Familie, die die Polizei von Kent in wenigen Jahren aktenkundig gemacht hatte, ohne jede Konsequenz. Am Abend des 28. August 2001 erschlug Karl Bluestone seine schwangere Frau und zwei seiner vier Kinder mit einem Hammer, weil sie ihn verlassen wollte.

Werdegang

Karl Bluestone trat 1987 der Kent Police bei und arbeitete dort über Jahre als Beamter. Mit seiner Frau Jill hatte er vier gemeinsame Kinder. Innerhalb der Familie zeigte er seit langem ein kontrollierendes und gewalttätiges Verhalten: Er verwanzte das Auto seiner Frau mit einem Abhörgerät, um ihre Telefonate zu überwachen, weil er sie einer Affäre verdächtigte. Im Juni 1999 wurde er festgenommen, nachdem er eines seiner Kinder verletzt hatte, als er im Zorn eine Tasse durch den Raum warf. Insgesamt vermerkte die Kent Police vier Vorfälle häuslicher Gewalt in seiner Personalakte, disziplinarische Schritte blieben jedoch aus.

Die Tat

Am Abend des 28. August 2001 eröffnete Jill Bluestone ihrem Mann, dass sie bereits ein neues Haus gekauft habe und ihn mit den Kindern in wenigen Tagen verlassen werde. In der gemeinsamen Wohnung in der Vorstadt Riverview Park bei Gravesend in der Grafschaft Kent griff er daraufhin zu einem Klauenhammer. Er schlug seiner 31 Jahre alten, schwangeren Frau in der Küche etwa 30-mal auf den Kopf. Anschließend tötete er seinen dreijährigen Sohn Henry, den er tot in seinem Bettchen zurückließ, sowie den erst 18 Monate alten Chandler, der später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Die beiden älteren Kinder, der achtjährige Jack und die siebenjährige Jessica, überlebten schwer verletzt. Jessica gelang die Flucht aus dem Haus, sie alarmierte schreiend die Nachbarn mit den Worten, ihr Vater versuche, ihr wehzutun.

Entdeckung

Als die Polizei die Wohnung in der Marling Way stürmte, fand sie Karl Bluestone erhängt in der Garage, er hatte sich nach der Tat selbst das Leben genommen. Die Ermittlungen zur Gerichtsverhandlung im November 2001 kamen zu dem Schluss, dass die Ankündigung seiner Frau, ihn zu verlassen, den unmittelbaren Auslöser für die Tat darstellte.

Nachwirkungen

Der Fall löste im britischen Unterhaus eine Debatte über den Umgang der Polizei mit häuslicher Gewalt in den eigenen Reihen aus. Am 19. Juli 2002 wurde dort bekannt, dass die Kent Police trotz der vier dokumentierten Vorfälle nie disziplinarisch gegen ihn vorgegangen war. Die Schriftstellerin Jeanette Winterson kritisierte öffentlich die mediale Berichterstattung über den Fall. Bis heute gilt die Tat in Großbritannien als eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie häusliche Gewalt selbst innerhalb der Polizei folgenlos bleiben kann, bis sie eskaliert.