Karel Charva
- Aktive Jahre
- 1983
- Modus Operandi
- Erschießen
Am 3. Juni 1983 erschoss Karel Charva an der Freiherr-vom-Stein-Schule im Eppsteiner Ortsteil Vockenhausen fünf Menschen, darunter drei Kinder, und verletzte 14 weitere zum Teil schwer, bevor er sich selbst das Leben nahm. Ein Motiv für die Tat konnte die Polizei nie feststellen.
Werdegang
Karel Charva wurde 1948 in der Tschechoslowakei geboren. Während des Prager Frühlings 1968 floh er vor der sowjetischen Invasion nach Westdeutschland, wo er 1971 politisches Asyl erhielt. Er hatte eine Ausbildung zum Psychologen absolviert, arbeitete zuletzt aber für eine Frankfurter Sicherheitsfirma und zuvor auch als Taxifahrer. Zwölf Jahre lebte er zum Tatzeitpunkt bereits in Deutschland.
Die Tat
Gegen 10:45 Uhr betrat er mit zwei Pistolen bewaffnet ein Klassenzimmer der sechsten Jahrgangsstufe und eröffnete das Feuer auf den Lehrer Franz-Adolf Gehlhaar. Anschließend schoss er wahllos auf Schüler sowie auf den Schulleiter Hans-Peter Schmitt. Der Polizist Gisbert Beck, der zu diesem Zeitpunkt auf dem Schulhof eine Verkehrserziehungsstunde abhielt, stellte sich ihm unbewaffnet entgegen und wurde ebenfalls erschossen. Insgesamt starben zwei 13-jährige Mädchen, ein 12-jähriger Junge, der Lehrer und der Polizist. 14 weitere Personen wurden verletzt, mehrere davon schwer.
Ende der Tat
Als die Eppsteiner Polizei eintraf, verschanzte sich der Täter in einem Klassenzimmer. Kurz darauf richtete er sich selbst mit einem Schuss in den Kopf.
Nachwirkungen
Die Polizei konnte trotz umfangreicher Ermittlungen kein klares Motiv für den Amoklauf feststellen. Der Fall gehört zu den frühesten Schul-Amokläufen der bundesdeutschen Geschichte und löste, wie später ähnlich gelagerte Fälle auch, Debatten über Prävention an Schulen aus, blieb im öffentlichen Gedächtnis aber weniger präsent als spätere Amokläufe wie der von Erfurt 2002. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile Amoklauf von Eppstein-Vockenhausen: Fünf Tote an hessischer Schule.