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Julian Kołtuń

genannt „Vampir von Podlachien"

Luftaufnahme der Stadt Międzyrzec Podlaski, wo er lebte und sein erstes Opfer tötete
Wikimedia Commons / Promocja Międzyrzec · CC BY-SA 4.0
2
Opfer
„Vampir von Podlachien"
hingerichtet
SerienmörderMiędzyrzec Podlaski , Polen
Aktive Jahre
1980

Eine Überlebende wehrte sich so heftig, dass sie Julian Kołtuń das Gesicht zerkratzte. Die sichtbaren Verletzungen halfen der Polizei, den gesuchten Angreifer zu erkennen. Ein Gericht sprach ihn 1982 zweier Morde und fünf Mordversuche an Frauen und Mädchen im Osten Polens schuldig und verurteilte ihn zum Tode.

Werdegang

Seine Mutter starb, als er zehn Jahre alt war, die neue Partnerin seines Vaters behandelte ihn und seine Geschwister nach späteren Berichten außergewöhnlich grausam. Er brach eine Berufsschule nach dem ersten Jahr ab, absolvierte stattdessen mehrere kurze Ausbildungslehrgänge und arbeitete zunächst als Buchbinder, später bei der Bahn, unter anderem 1979 am Bahnhof Łuków und ab Juni 1980 als Elektronetz-Techniker in Małaszewicze. Ab 1972 lebte er verheiratet in Międzyrzec Podlaski. Bereits vor 1980 war er wegen Vergewaltigung vorbestraft.

Taten

Im Herbst 1980 griff er wiederholt allein gehende Frauen in der Dämmerung und Dunkelheit an, in einer Region, in der Frauen sich danach kaum noch traute, allein auf die Straße zu gehen. Sein erstes Todesopfer war eine Studentin, die er in einer Parkallee in Międzyrzec Podlaski tötete, ihr Vater soll Berichten zufolge Schöffe in seinem früheren Vergewaltigungsprozess gewesen sein. Ein weiteres Mal tötete er ein zwölfjähriges Mädchen in Biała Podlaska. Fünf weitere Frauen überlebten seine Angriffe, teils weil vorbeifahrende Autos oder Passanten ihn störten.

Ermittlung und Festnahme

Eine Überlebende aus Terespol wehrte sich heftig und zerkratzte ihm dabei das Gesicht schwer. Wenig später fiel Milizionären ein Mann mit auffälligen Verletzungen an der Hand auf, der schnellen Schrittes unterwegs war. Nach seiner Befragung wurde er 1981 aufgrund der Aussage der Überlebenden festgenommen.

Prozess und Hinrichtung

Der Prozess fand im Frühjahr und Sommer 1982 vor dem Bezirksgericht in Radzyń Podlaski statt, zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Gegenüber Psychiatern legte er ein Geständnis ab. Das Gericht verurteilte ihn zum Tode, die Hinrichtung erfolgte durch den Strang.

Nachwirkungen

Anders als die bekannteren Fälle von Karol Kot oder Zdzisław Marchwicki blieb sein Fall außerhalb Podlachiens lange Zeit kaum bekannt, wird inzwischen aber wieder in polnischen True-Crime-Podcasts wie „Straszydło” aufgearbeitet.