Judias Buenoano
- Serienmörder — Pensacola , USA
- Aktive Jahre
- 1971–1980
- Modus Operandi
- Vergiftung
Eine Autobombe brachte Ermittler 1983 auf ihre Spur. Danach ließen sie mehrere Leichen aus ihrem Umfeld exhumieren und fanden Arsen. Gerichte verurteilten Judias Buenoano wegen der Morde an ihrem Ehemann James Goodyear und ihrem Sohn Michael sowie wegen des Anschlags auf John Gentry. Der ebenfalls vergiftete Bobby Joe Morris wurde ihr forensisch zugeordnet, in Colorado aber nie angeklagt. Die Presse nannte sie Black Widow.
Werdegang
Sie kam am 4. April 1943 im texanischen Quanah zur Welt. Ihre Mutter starb, als sie vier Jahre alt war, danach wuchs sie zeitweise bei den Großeltern und später bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter auf, wo sie nach eigenen und späteren Presseangaben misshandelt und zur Arbeit gezwungen wurde. Mit 14 Jahren griff sie ihren Vater, ihre Stiefmutter und Stiefgeschwister tätlich an und wurde daraufhin zunächst in einer Erwachsenenhaftanstalt in New Mexico untergebracht, bevor sie eine Besserungsanstalt besuchte, die sie 1960 abschloss. 1961 brachte sie unehelich ihren Sohn Michael zur Welt und arbeitete anschließend zeitweise als Krankenpflegehelferin. 1962 heiratete sie den Air-Force-Angehörigen James Goodyear, dessen Nachnamen sie später zu Buenoano abwandelte. Das Paar lebte in Orlando, Florida, und zog neben Michael zwei weitere Kinder groß.
Kriminelle Aktivitäten
Ihr Vorgehen folgte über Jahre einem ähnlichen Muster: Sie schloss vor der Tat Lebensversicherungen auf ihre Opfer ab und vergiftete sie anschließend über einen längeren Zeitraum mit Arsen, oft getarnt als Vitaminpräparate, sodass der Tod zunächst wie eine natürliche Erkrankung wirkte.
Opfer (chronologisch, soweit bekannt):
- James Goodyear (Ehemann), 16. September 1971 in Orlando, Florida, offiziell zunächst als Nierenversagen diagnostiziert, tatsächlich Arsenvergiftung
- Bobby Joe Morris (Lebensgefährte), Anfang 1978 in Trinidad, Colorado, ebenfalls Arsenvergiftung, bestätigt durch spätere Exhumierung
- Michael Buenoano (Sohn), 13. Mai 1980 in Milton, Florida, ertrunken bei einer gemeinsamen Kanufahrt. Er war teilweise gelähmt und musste schwere Beinschienen tragen
Zusätzlich versuchte sie 1983, ihren damaligen Verlobten John Gentry in Pensacola zu töten, zunächst mit arsen- und formaldehydhaltigen Vitaminkapseln, später durch eine in seinem Auto versteckte Bombe. John Gentry überlebte den Anschlag schwer verletzt. Ermittler brachten sie außerdem mit dem ungeklärten Tod eines weiteren Bekannten, Gerald Dossett, 1980 in Verbindung, hier ließ sich eine Vergiftung jedoch nicht zweifelsfrei nachweisen, sodass es zu keiner Anklage kam. Nach jedem der drei nachgewiesenen Todesfälle kassierte sie hohe Versicherungssummen, insgesamt wird die Summe auf über 200.000 US-Dollar geschätzt.
Festnahme
Der Autobombenanschlag auf John Gentry im Sommer 1983 überstand dieser, sodass die Ermittler erstmals eine direkte Spur zu ihr hatten. Die Untersuchung des Sprengsatzes und der Umstände führte im Januar 1984 zu ihrer Festnahme. Im Zuge der Ermittlungen ordneten die Behörden die Exhumierung der Leichen von James Goodyear, Bobby Joe Morris und Michael Buenoano an. Bei allen drei wurde Arsen nachgewiesen, was die zuvor als natürlich oder als Unfall eingestuften Todesfälle in einem neuen Licht erscheinen ließ.
Prozess und Hinrichtung
1984 wurde sie zunächst wegen des Mordes an ihrem Sohn Michael sowie des versuchten Mordes an John Gentry verurteilt, sie erhielt eine lebenslange Haftstrafe sowie zwölf Jahre für den Bombenanschlag. Ein weiterer Prozess folgte 1985 wegen des Mordes an James Goodyear, in dem ein Geschworenengericht am 26. November 1985 die Todesstrafe verhängte. Nach jahrelangen Berufungsverfahren wurde sie am 30. März 1998 im Florida State Prison in Raiford auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Sie war die erste Frau, die seit 1848 im Bundesstaat Florida und seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 überhaupt in den USA durch den elektrischen Stuhl hingerichtet wurde.
Nachwirkungen
Der Fall gilt in den USA als einer der bekanntesten Giftmordfälle einer Frau im 20. Jahrhundert und wird häufig neben dem älteren Fall Nannie Doss als Beispiel für seriellen Giftmord aus finanziellen Motiven angeführt. Ihre Hinrichtung löste in der amerikanischen Öffentlichkeit eine breitere Debatte über die Todesstrafe für Frauen aus, da sie bis dahin über Jahrzehnte hinweg eine seltene Ausnahme gewesen war.