Juan Corona
- Serienmörder — Yuba City , USA
- Aktive Jahre
- 1971
- Modus Operandi
- ErstechenErschießenZerstückelung
25 Leichen lagen 1971 in Obstplantagen am Feather River. Juan Vallejo Corona wurde zunächst 1973 und nach der Aufhebung dieses Urteils 1982 erneut wegen aller 25 Morde verurteilt. Der zweite Schuldspruch hielt auch der späteren Berufungsprüfung stand.
Werdegang
Er wurde am 7. Februar 1934 im mexikanischen Autlán de Navarro im Bundesstaat Jalisco geboren. 1950 kam er im Alter von 16 Jahren illegal in die Vereinigten Staaten und arbeitete zunächst als Erntehelfer, bevor er sich zu einem lizenzierten Vermittler für landwirtschaftliche Saisonarbeiter hocharbeitete. Er heiratete zweimal, in zweiter Ehe mit Gloria Moreno, aus der vier Töchter hervorgingen.
1956 wurde er nach einer schizophrenen Episode in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und dort mit zahlreichen Elektroschockbehandlungen therapiert. Im Anschluss wurde er zunächst nach Mexiko abgeschoben, kehrte aber 1962 mit einer regulären Aufenthaltserlaubnis in die USA zurück. Bekannte betrachteten ihn als fleißigen, aber unberechenbaren Mann mit gelegentlichen Wutausbrüchen. Sein Halbbruder Natividad, der ebenfalls in der Region lebte, war polizeilich wegen eines Machetenangriffs auf einen anderen Mann aufgefallen und floh später nach Mexiko, wo er 1973 starb. In beiden Prozessen gegen Juan Corona sollte dieser Halbbruder noch eine Rolle spielen.
Kriminelle Aktivitäten
Als Arbeitsvermittler rekrutierte er mittellose, oft alkoholkranke Wanderarbeiter, oft direkt in Billigunterkünften und auf der Straße, um sie auf umliegenden Farmen einzusetzen. Zwischen Anfang Februar und Ende Mai 1971 tötete er mindestens 25 dieser Männer, die meisten durch Stiche und Hiebe mit Messer und Machete, in einem Fall durch einen Schuss mit einer 9-mm-Pistole in den Kopf. Die Leichen vergrub er in flachen Gräbern in Pfirsichplantagen, vor allem auf der sogenannten Sullivan Ranch am Feather River. Mehrere Opfer wiesen Anzeichen sexueller Gewalt auf. Alle bekannten Opfer waren weiße Männer mittleren Alters zwischen 40 und 68 Jahren, viele von ihnen wohnungslos oder alkoholabhängig, was die Identifizierung erheblich erschwerte.
Namentlich bekannte Opfer (Auswahl, chronologisch nach Auffindung der Leichen zwischen Mai und Juni 1971):
- Kenneth Whitacre (40)
- Charles Fleming
- Melford Sample
- Joseph Maczak
- Donald Dale Smith
- William Emery Kamp (62), einziges Opfer, das erschossen wurde
- John Joseph Haluka (52)
- Sigurd E. „Pete” Beierman (62)
- Albert Leon „Scratchy” Hayes (58)
- Elbert J. Riley
- Lloyd Wenzel
- Paul Allen
- Warren Jerome Kelley
Von den 25 identifizierten Toten konnten 21 mit Namen benannt werden, vier weitere Opfer blieben trotz intensiver Ermittlungen unidentifiziert und wurden später in einem Gemeinschaftsgrab in Sutter beigesetzt. Zu einem Teil der übrigen Opfer sind zwar Fundumstände, aber keine gesicherten Namen oder Einzeldaten überliefert.
Ermittlung und Festnahme
Am 19. Mai 1971 entdeckte ein Farmbesitzer ein frisch ausgehobenes Grab auf seinem Grundstück nahe Yuba City. Die Polizei fand darin die Leiche von Kenneth Whitacre, der massive Kopfverletzungen aufwies. In den folgenden Tagen und Wochen legten Ermittler auf umliegenden Feldern weitere Gräber frei, bis Anfang Juni die Zahl der geborgenen Leichen auf 25 gestiegen war. Bei mehreren Toten fanden sich Quittungen und Bankbelege mit seinem Namen, in einem Fall eine auf den 21. Mai datierte Fleischmarktquittung, die er selbst unterschrieben hatte.
Bei der Durchsuchung seines Hauses und seines Lieferwagens stellte die Polizei blutverschmierte Messer, eine Machete, eine Schusswaffe, blutige Kleidung sowie ein Arbeitsbuch mit rund 34 Namen sicher, von denen sieben mit identifizierten Opfern übereinstimmten. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete dieses Notizbuch später als „Todesliste” und stützte die Anklage maßgeblich darauf. Am 26. Mai 1971 wurde er in seinem Haus in Yuba City festgenommen.
Prozesse
Der erste Prozess begann im September 1972 am Solano County Courthouse in Fairfield, wohin das Verfahren wegen der lokalen Vorverurteilung durch die Medienberichterstattung verlegt worden war. Über rund drei Monate hörte die Jury mehr als 100 Zeugen. Sein Verteidiger Richard Hawk rief trotz einer in seiner Eröffnungserklärung angekündigten Gegentheorie, nach der eigentlich der Halbbruder Natividad die Morde begangen habe, keinen einzigen Entlastungszeugen auf. Am 18. Januar 1973 sprach die Jury ihn nach langer Beratung in allen 25 Anklagepunkten schuldig, das Gericht verhängte 25 aufeinanderfolgende lebenslange Freiheitsstrafen, damals ein Rekord für die meisten Verurteilungen wegen Mordes in einem einzigen US-Prozess.
1978 hob ein kalifornisches Berufungsgericht dieses Urteil jedoch wieder auf. Als Begründung nannten die Richter eine unzureichende Verteidigung durch Richard Hawk, der keine eigenen Zeugen präsentiert und zudem einen Interessenkonflikt gehabt hatte: Er hielt sich die Publikations- und Verfilmungsrechte an seiner Geschichte vertraglich zurück. Der zweite Prozess begann im Februar 1982 in Hayward und dauerte mit rund sieben Monaten fast doppelt so lange wie der erste. Die neue Verteidigung präsentierte diesmal über 50 Zeugen und verfolgte erneut die These, der inzwischen verstorbene Natividad sei der wahre Täter gewesen. Er selbst beantwortete während der gesamten Verhandlung über einen Dolmetscher nur zwei kurze Fragen und stritt jede Schuld ab. Nach 54 Stunden Beratung über zwei Wochen hinweg sprach die Jury ihn am 23. September 1982 erneut in allen Punkten schuldig, das entscheidende Beweisstück blieb auch diesmal das Arbeitsbuch. Das Gericht verurteilte ihn zu 25 gleichzeitig verbüßten lebenslangen Freiheitsstrafen.
Nachwirkungen
Während seiner Haft in der California Medical Facility in Vacaville wurde er im Dezember 1973 von Mitgefangenen mit 32 Stichen angegriffen und verlor dabei ein Auge. Später saß er unter anderem in der Correctional Training Facility in Soledad und ab 1992 im California State Prison in Corcoran ein. Bei mehreren Anhörungen äußerte er sich widersprüchlich zu seiner Schuld: 2011, im Alter von 77 Jahren und bereits von Demenz gezeichnet, räumte er die Taten ein, bezeichnete die Opfer jedoch abfällig als Landstreicher, die sein Grundstück betreten hätten. Bei einer Anhörung 2016 erklärte er dagegen, sich an keine der Taten erinnern zu können. Eine Bewährung wurde ihm insgesamt achtmal verweigert. Er starb am 4. März 2019 im Alter von 85 Jahren eines natürlichen Todes im Gefängnis von Corcoran.
Bis zur Aufdeckung der Taten von Dean Corll in Texas zwei Jahre später galt er als der Serienmörder mit den meisten nachgewiesenen Opfern in der Geschichte der Vereinigten Staaten. In Kalifornien ist er bis heute der Täter mit der höchsten bestätigten Opferzahl.