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Jozef Slovák

Die Altstadt von Bratislava, in deren Umgebung mehrere der Taten stattfanden
-jkb-, via Wikimedia Commons · CC BY 3.0
5
Opfer
inhaftiert
SerienmörderBratislava , Slowakei
Aktive Jahre
1978–1991

Nach dem ersten Mord saß Jozef Slovák nicht bis zum Ende seiner Strafe im Gefängnis. Eine Amnestie brachte ihn 1990 frei, danach tötete er innerhalb von 13 Monaten vier weitere junge Frauen. Die öffentlich-rechtliche STVR-Aufarbeitung zeichnet diese Folge nach; insgesamt wurde er für fünf Tötungen zwischen 1978 und 1991 verurteilt.

Werdegang

Über seine Kindheit ist wenig dokumentiert. Als Erwachsener näherte er sich jungen Frauen häufig am Bratislavaer Bahnhof oder an anderen öffentlichen Orten, gewann ihr Vertrauen mit Versprechungen oder unter Vorspiegelung einer amtlichen Funktion und lockte sie anschließend an abgelegene Orte. Für diesen Zweck fertigte er im Lauf der Jahre mehrere gefälschte Dienstausweise an, mit denen er sich unter anderem als Ermittler einer Sondereinheit ausgab.

Die erste Tat und die Amnestie

Am 22. August 1978 lockte er die 21-jährige jugoslawische Staatsbürgerin Blažica P. in einen Wald bei der Bratislavaer Ausflugsstätte Železná studnička. Als sie sich gegen seine sexuellen Übergriffe wehrte und um Hilfe schrie, erwürgte er sie. 1982 wurde er dafür zu 15 Jahren Haft verurteilt, kam jedoch am 10. März 1990 im Rahmen einer breiten Amnestie der ersten postkommunistischen Regierung vorzeitig frei, einer der bis heute meistdiskutierten Einzelfälle dieser Amnestie.

Die Mordserie 1990/1991

Innerhalb von nur 13 Monaten nach seiner Entlassung tötete er vier weitere junge Frauen:

  1. Monika Ondíková (16 Jahre), 4. Juli 1990, auf dem Gelände des Schlosses Konopiště bei Benešov in Tschechien. Er schoss achtmal mit einer Gaswaffe auf sie und schlug anschließend tödlich zu, danach raubte er ihr Bargeld und Schmuck.
  2. Vladislava Maříková (18 Jahre) aus Cheb, 21. Juli 1990, in der Nähe des Fernsehturms Kamzík in Bratislava, getötet durch einen Schlag gegen den Hals.
  3. Diana Opúchová (17 Jahre), 26. Juni 1991, in einem Waldstück im Bratislavaer Stadtteil Záhorská Bystrica. Auch hier hatte er sich zuvor mit einem gefälschten Ausweis als Amtsperson ausgegeben, die angeblich einen Gefängnisbesuch vermitteln könne.
  4. Anna Královičová (18 Jahre), 16. Juli 1991, erneut an der Železná studnička, dem Tatort seines ersten Mordes. Er schlug sie mit einem Knüppel nieder und erdrosselte sie mit einem Riemen.

Festnahme und Prozess

Bei der letzten Tat konnte sich Anna Královičová wehren und hinterließ dabei Kratzspuren, die zu seiner Festnahme am 18. Juli 1991 führten. Das Stadtgericht Bratislava verurteilte ihn am 20. August 1993 wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft.

Nachwirkungen

Er verbüßt seine Strafe bis heute in der Justizvollzugsanstalt Ilava und hat trotz grundsätzlicher Möglichkeit nie einen Antrag auf bedingte Entlassung gestellt. Sein Fall gilt in der Slowakei als eines der prägendsten Beispiele für die Risiken der pauschalen Amnestien der frühen 1990er Jahre.