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Joseph Philippe

Vermutete zeitgenössische Fotografie von Joseph Philippe aus dem Jahr 1866
Anonym, via Wikimedia Commons · Public Domain
4
Opfer
hingerichtet
SerienmörderParis , Frankreich
Aktive Jahre
1861–1866
Modus Operandi
ErwürgenErstechen

Am 11. Januar 1866 scheiterte Joseph Philippe an einer Frau, die sich wehrte und mit ihrem Lärm die Nachbarn alarmierte. Die Festnahme verband ihn mit vier Tötungen, die eine Pariser Jury später aburteilte. Weitere Morde wurden ihm zugeschrieben, ließen sich im Prozess aber nicht ebenso belastbar beweisen.

Werdegang

Er diente als junger Mann in der französischen Armee, unter anderem in afrikanischen Infanteriebataillonen, und wurde 1860 aus dem Militärdienst entlassen. Danach ließ er sich im Pariser Faubourg Saint-Germain nieder, wo er wechselnden Gelegenheitsjobs nachging. Zeitgenossen beschrieben ihn als starken Trinker mit unbeständigem, aufbrausendem Charakter.

Taten

Ab 1861 wurden ihm wiederholt Tötungen an Frauen zugeschrieben, die im Sexgewerbe arbeiteten. Die Anklage konzentrierte sich auf vier Fälle: eine namentlich nur unvollständig überlieferte Frau, Julie Mage und ihr Kind sowie Marie Bodeux. Nach einem zeitgenössischen Prozessbericht ging er dabei zunächst mit Würgegriffen gegen seine Opfer vor und schnitt ihnen anschließend mit einer Klinge die Kehle durch. Insgesamt schwanken spätere Zuschreibungen zwischen sieben und zwölf Todesopfern. Gerichtlich bestätigt wurden vier.

Festnahme und Prozess

Am 11. Januar 1866 griff er in seiner Pariser Wohnung eine Malerin an, die sich jedoch heftig zur Wehr setzte. Der Lärm alarmierte Nachbarn, die ihn festhielten, bis die Polizei eintraf. Der Prozess begann am 25. Juni 1866. Die Anklage beschränkte sich auf die vier Tötungen, für die sie die Beweislage als überwältigend ansah. Die Geschworenen verurteilten ihn zum Tode.

Hinrichtung

Am 24. Juli 1866 wurde er um sechs Uhr morgens vor dem Pariser Gefängnis La Roquette öffentlich durch die Guillotine hingerichtet. Der Fall zählt zu den frühen dokumentierten Serienmordfällen des 19. Jahrhunderts in Frankreich, blieb jedoch anders als spätere vergleichbare Fälle nur wenig erforscht, viele Details zu Opferzahl und Tatumständen gelten bis heute als unsicher.