Joseph Jones
- Aktive Jahre
- 2008
- Modus Operandi
- ErschießenEntführungZerstückelungKomplizen
Ein 24-Jähriger wartet in einer angemieteten Lagerhalle auf einen Mann, den er mit seinem Vater aus dessen eigenem Auto gezerrt hat. Stunden später ist der Gefangene tot, seine Leiche ohne Kopf und ohne Hände. Joseph Jones war 2008 der jüngere Teil eines Vater-Sohn-Duos, das einen vermeintlichen Drogendiebstahl mit äußerster Brutalität rächte, einem Fall, der bis heute zu den grausamsten Mordfällen im englischen Hertfordshire zählt.
Werdegang
Joseph Jones wurde 1985 als Sohn von Norman Jones geboren und wuchs, wie sein Vater, innerhalb der englischen Traveller-Gemeinschaft auf. Über seine Jugend ist öffentlich kaum etwas bekannt. 2008, mit 24 Jahren, geriet er gemeinsam mit seinem Vater in einen Konflikt mit dem 42-jährigen Schrotthändler John Finney, der wie Vater und Sohn auf dem Wohnwagenplatz Park Farm im Dorf Northaw in Hertfordshire lebte. Vater und Sohn warfen dem Mann vor, Drogen aus einem ihrer Fahrzeuge gestohlen zu haben.
Die Tat
Nachdem bereits Drohungen ausgesprochen und auf den Wohnwagen des Opfers geschossen worden war, zerrten Vater und Sohn den Mann am Abend des 29. Februar 2008 mit vorgehaltener Waffe aus seinem Auto. Sie verschleppten ihn etwa 50 Kilometer weit in eine eigens angemietete Lagerhalle in Wilbury Way in Hitchin, wo Joseph Jones bereits wartete. Dort folgten ein stundenlanges Verhör und Folter, bevor beide ihn erschossen. Anschließend trennten sie der Leiche Kopf und Hände ab, mutmaßlich um eine Identifizierung zu verhindern. Beide Körperteile wurden nie gefunden. Zwei Tage nach der Tat entdeckte die Polizei das für die Entführung genutzte Fahrzeug ausgebrannt auf einem Feld bei Wheathampstead.
Ermittlung und Festnahme
Am 15. März 2008 fand ein Passant die verstümmelten Überreste hinter einem Garagenblock im nahen Ickleford. Vater und Sohn waren zu diesem Zeitpunkt bereits nach Spanien geflohen. Die spanische Polizei nahm beide am 1. Mai 2008 in Marbella fest, danach wurden sie nach Großbritannien ausgeliefert.
Prozess und Urteil
Nach einem zehnwöchigen Prozess am St Albans Crown Court sprach die Jury im Mai 2009 beide Männer des Mordes schuldig. Am 12. Mai 2009 verhängte das Gericht gegen Joseph Jones eine lebenslange Freiheitsstrafe mit einer Mindestverbüßungszeit von 30 Jahren, gegen seinen Vater eine von 33 Jahren. Beide hatten die Tat bis zuletzt bestritten, Blutspuren am Tatort widerlegten ihre Version. Der zuständige Richter nannte sie „böse Männer, denen jeder Funke Menschlichkeit fehlt”.
Nachwirkungen
Joseph Jones verbüßt seine Strafe weiterhin, eine Entlassung ist frühestens 2038 möglich. Der Fall bleibt eines der brutalsten Beispiele dafür, wie sich ein Verdacht innerhalb einer Familie zu geplanter, exzessiver Gewalt steigern kann.