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Joseph James DeAngelo

genannt „Golden State Killer"

Polizeifoto von Joseph James DeAngelo nach seiner Festnahme im April 2018
Sacramento County Sheriff's Department, via Wikimedia Commons · Public Domain (PD-CAGov)
13
Opfer
„Golden State Killer"
inhaftiert
SerienmörderSacramento , USA
Aktive Jahre
1974–1986

Vier Jahrzehnte nach der ersten Tat führte ein DNA-Abgleich die Ermittler zu einem früheren Polizisten. Joseph James DeAngelo bekannte sich 2020 zu 13 Morden und 13 Entführungen; zusätzlich räumte er zahlreiche nicht angeklagte Sexualdelikte ein. Die Staatsanwaltschaft von Sacramento County dokumentiert den Umfang des Schuldbekenntnisses und trennt ihn von den weiteren zugelassenen Taterklärungen.

Werdegang

Joseph James DeAngelo wurde am 8. November 1945 in Bath, New York, geboren und diente als junger Mann bei der US Navy in Vietnam, bevor er in den frühen 1970er Jahren eine Laufbahn als Polizist in Kalifornien begann, zunächst in Exeter, später in Auburn. Diese berufliche Ausbildung, so vermuten Ermittler rückblickend, erklärt viele der methodischen Merkmale seiner Taten, etwa die systematische Ausspähung der Opfer vor den eigentlichen Übergriffen und sein Wissen um polizeiliche Ermittlungsabläufe.

Die drei Phasen der Taten

Als sogenannter Visalia Ransacker beging er zwischen 1974 und 1975 rund 120 Einbrüche im San Joaquin Valley und erschoss dabei den Studenten Claude Snelling, der versuchte, die Entführung seiner Tochter zu verhindern. Als East Area Rapist verübte er zwischen 1976 und 1979 in mehreren Bezirken um Sacramento über 50 Vergewaltigungen, häufig in Zweisamkeit lebender Paare, und tötete 1978 das Ehepaar Maggiore. Nach seinem Umzug nach Südkalifornien eskalierte er als Original Night Stalker zwischen 1979 und 1986 endgültig zum Mörder und tötete zehn weitere Menschen in den Bezirken Santa Barbara, Ventura und Orange, darunter im Mai 1986 als letztes bekanntes Opfer die 18-jährige Janelle Cruz.

Ermittlung und die Aufklärung 2018

Da an mehreren Tatorten DNA-Spuren gesichert worden waren, ohne dass sich ein Verdächtiger in bestehenden Datenbanken finden ließ, luden Ermittler das Erbgut 2017 in die öffentlich zugängliche Ahnenforschungsdatenbank GEDmatch hoch. Die Genealogin Barbara Rae-Venter und ein fünfköpfiges Team identifizierten darüber zunächst zehn bis zwanzig entfernte Verwandte und rekonstruierten daraus einen Stammbaum mit rund tausend Personen. Durch systematisches Ausschlussverfahren nach Alter, Geschlecht und Wohnort blieb am Ende nur er übrig. Im April 2018 sicherten Ermittler unbemerkt eine DNA-Probe von seinem Autotürgriff und aus seinem Hausmüll, die Übereinstimmung bestätigte sich.

Festnahme und Prozess

Am 24. April 2018 nahmen Deputys des Sacramento County Sheriff’s Office den damals 72-jährigen Joseph James DeAngelo an seinem Wohnhaus fest. Angeklagt wegen 13-fachen Mordes ersten Grades sowie mehrfacher Entführung, bekannte er sich im Juni 2020 im Rahmen einer Absprache zur Vermeidung der Todesstrafe in allen Anklagepunkten schuldig und räumte zusätzlich zahlreiche der ihm zur Last gelegten Vergewaltigungen ein, die wegen Verjährung nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden konnten. Am 21. August 2020 verurteilte ihn das Gericht zu 13 lebenslangen Haftstrafen ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.

Nachwirkungen

Der Fall gilt heute weltweit als Wendepunkt für den Einsatz genetischer Genealogie in der Verbrechensaufklärung und wurde seither in zahlreichen weiteren jahrzehntealten amerikanischen Altfällen angewendet, darunter auch bei den Colonial-Parkway-Morden. Zugleich löste die Methode eine bis heute andauernde Debatte über den Datenschutz in öffentlich zugänglichen DNA-Datenbanken aus, da auch unbeteiligte Verwandte von Verdächtigen ohne ihr Wissen zur Aufklärung beitrugen. Zur Festnahme selbst siehe die Schlagzeile Golden State Killer: Nach 42 Jahren führt DNA-Analyse zur Festnahme.

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