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José Antonio Rodríguez Vega

genannt „El Mataviejas"

José Antonio Rodríguez Vega wird in Handschellen von Polizisten zu einem Gerichtstermin geführt
Wikimedia Commons · CC BY 2.5
16
Opfer
„El Mataviejas"
verstorben
SerienmörderSantander , Spanien
Aktive Jahre
1987–1988
Modus Operandi
ErstickenBetrug

Ein freundlicher Handwerker bot allein lebenden alten Frauen in Santander kleine Reparaturen an und verließ ihre Wohnungen wenig später als Einziger lebend. Innerhalb von acht Monaten tötete José Antonio Rodríguez Vega sechzehn Frauen zwischen 61 und 93 Jahren. Servimedia dokumentierte die Bestätigung der mehr als 400-jährigen Gesamtstrafe durch den spanischen Obersten Gerichtshof; 2002 wurde der Täter selbst im Gefängnis erstochen.

Werdegang

José Antonio wurde am 3. Dezember 1957 in Santander in Kantabrien geboren. Bereits 1978 wurde er wegen mehrerer sexueller Übergriffe auf Frauen zu 27 Jahren Haft verurteilt, kam aber durch das Wohlverhalten im Gefängnis und die Vergebung einzelner Opfer nach dem damaligen spanischen Strafrecht schon 1986 nach acht Jahren wieder frei. Nachdem ihn seine erste Frau verlassen hatte, heiratete er erneut, diesmal eine Frau mit Epilepsie, und galt in der Nachbarschaft seines Wohnviertels als gebildeter, fleißiger Mann, dem niemand die Vorstrafen ansah.

Taten

Zwischen August 1987 und April 1988 beobachtete er gezielt ältere, allein lebende Frauen, bis er ihre Tagesabläufe genau kannte. Unter dem Vorwand, Fernsehgeräte zu reparieren oder handwerkliche Arbeiten zu erledigen, verschaffte er sich Zutritt zu ihren Wohnungen und erstickte sie anschließend, teils indem er ihnen Gegenstände in den Rachen presste. Danach nahm er kleine Andenken mit, Rosenkränze, Kunstblumen, gelegentlich ein Fernsehgerät. Eine polizeigeschichtliche Chronologie nennt dreizehn der sechzehn abgeurteilten Opfer mit Datum. Dazu gehörten die zweiundachtzigjährige Margarita González Sánchez, die achtzigjährige Manuela González Fernández, die sechsundsechzigjährige Natividad Robledo Espinosa, Carmen Martínez González sowie die ebenfalls sechsundsechzigjährige Julia Paz Fernández. Insgesamt verurteilte ihn das Gericht wegen sechzehn Morden an Frauen zwischen 61 und 93 Jahren.

Ermittlung und Festnahme

Journalisten der Lokalzeitung El Diario Montañés bemerkten die auffällige Häufung ungeklärter Todesfälle alter Frauen bereits Ende 1987 und veröffentlichten erste Berichte über einen möglichen Serientäter, noch bevor die Polizei offiziell von einem Zusammenhang ausging. Am 19. Mai 1988 nahmen Beamte den Täter auf offener Straße in Santander fest. Er legte ein umfassendes Geständnis ab, das er später vor Gericht wieder zurückzog, indem er die Todesfälle als natürlich bedingt darstellte.

Prozess

Der Prozess begann 1991 in Santander. Psychiatrische Gutachten bescheinigten ihm eine ausgeprägte psychopathische Persönlichkeitsstörung ohne Mitgefühl oder Reue. 1992 verurteilte ihn das Gericht zu einer Gesamtstrafe von 440 Jahren Haft, nach spanischem Recht eine Zahl, die weit über die real zu verbüßende Höchststrafe hinausging, aber die symbolische Schwere der einzelnen Taten unterstrich.

Nachwirkungen

Am 24. Oktober 2002 erstachen zwei Mitgefangene José Antonio Rodríguez Vega im Gefängnis von Topas in der Provinz Salamanca. Als Grund gilt unter Insassen verbreitete Verachtung für verurteilte Vergewaltiger und Mörder alter Menschen, ergänzt durch den Verdacht, er habe als Informant für das Gefängnispersonal gearbeitet. Er starb im Alter von 44 Jahren, nach vierzehn verbüßten von ursprünglich vorgesehenen weit über hundert weiteren Haftjahren, und wurde in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt, bei dem außer den Totengräbern niemand anwesend war.