John Martin Scripps
- Aktive Jahre
- 1995
- Modus Operandi
- Zerstückelung
Fünf fremde Pässe, Messer, Handschellen und ein Hammer verbanden John Martin Scripps bei seiner Festnahme mit drei verschwundenen Reisenden. Das Gericht in Singapur verurteilte ihn wegen des Mordes an Gerard Lowe. Den ähnlich ausgeführten Doppelmord an Sheila Damude und Darin Damude in Thailand ordneten ihm die kanadische und die thailändische Polizei zu, ohne dass es dort noch zu einem Prozess kam.
Werdegang
Er verbüßte in England mehrere Haftstrafen wegen Diebstahls und Betrugs und eignete sich während einer Haftzeit handwerkliche Fertigkeiten in der Gefängnismetzgerei an, die er später bei seinen Taten einsetzte. Im Oktober 1994 floh er aus einer englischen Haftanstalt und reiste anschließend durch Südostasien, wo er sich durch das Ausplündern arglos reisender Touristen finanzierte.
Taten
Sein Vorgehen folgte einem festen Muster: Er sprach andere, meist weiße Touristen in Flugzeugen oder an Flughäfen an, gab sich als Mitreisender aus und nahm anschließend ein Hotelzimmer in unmittelbarer Nähe des Opfers. Nachdem er die Opfer beraubt und getötet hatte, zerlegte er die Leichen mit den in der Haft erlernten Fertigkeiten und entsorgte die Körperteile in Plastiktüten im Meer oder in Hotelnähe.
Am 8. März 1995 tötete er den südafrikanischen Braumeister Gerard Lowe im River View Hotel in Singapur. Das Gericht stellte später fest, dass John Martin Scripps die Leiche zerlegte und Teile in den Fluss hinter dem Hotel warf.
Kurz darauf reiste er nach Phuket. Die kanadische Touristin Sheila Damude und ihr Sohn Darin Damude checkten am 15. März im selben Hotel ein und wurden am folgenden Morgen zuletzt lebend gesehen. Zwischen dem 19. und 24. März fanden Ermittler ihre zerstückelten Überreste an mehreren Orten auf der Insel. Bei seiner Festnahme trug der Verdächtige ihre Pässe und persönliche Gegenstände bei sich. Die National Library Board Singapore dokumentiert diese Beweiskette, die Behörden in Kanada und Thailand schlossen ihre Ermittlungen nach seiner Hinrichtung als aufgeklärt. Ein thailändischer Mordprozess fand jedoch nicht statt. Weitere Verdachtsfälle in San Francisco, Mexiko und Belize blieben unbestätigt.
Festnahme
Er wurde festgenommen, als er nach dem Phuket-Aufenthalt nach Singapur zurückkehrte. Beamte fanden bei der Kontrolle Messer, Handschellen sowie Pässe und persönliche Gegenstände von Gerard Lowe, Sheila Damude und Darin Damude.
Prozess
Vor Gericht berief er sich auf Notwehr. Fotografien der verwesten Leichenteile, die während der Verhandlung gezeigt wurden, gehörten zu den grausamsten Beweisstücken, die je in einem Prozess in Singapur vorgelegt wurden. Der zuständige Richter verurteilte ihn zum Tode.
Hinrichtung
In der Nacht zum 19. April 1996 wurde er im Alter von 36 Jahren im Changi-Gefängnis gehängt, nach einer letzten Mahlzeit aus Pizza und heißer Schokolade.
Nachwirkungen
Der Fall erregte international Aufsehen, weil er zeigte, wie gezielt der Täter das Vertrauen arglos reisender Touristen ausnutzte, und führte in mehreren Ländern zu einer stärkeren Sensibilisierung für die Risiken zufälliger Bekanntschaften auf Reisen.