← Zum Verzeichnis

John James Alcott

Bahnhof Aldershot, in dessen Nähe er sein zweites Opfer tötete
Arriva436, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
2
Opfer
hingerichtet
SerienmörderAldershot , Großbritannien
Aktive Jahre
1948–1952
Modus Operandi
Stumpfe GewaltErstechen

Eine blutbefleckte Jacke, gestohlene Geldscheine und sein eigener Reisepass lagen im selben Zimmer. Diese Spur führte die Polizei 1952 zu John James Alcott, nachdem der Eisenbahnheizer den Fahrkartenschalter-Angestellten Geoffrey Charles Dean erstochen hatte. Die Chronik der Surrey Constabulary dokumentiert Tat und Ermittlungen; eine frühere Tötung von 1948 war bereits Gegenstand eines Militärverfahrens.

Werdegang

John wurde 1925 geboren und stammte aus Hither Green im Südosten Londons. Er arbeitete als Heizer bei der Eisenbahn, bevor ihn seine Militärzeit ins besetzte Nachkriegsdeutschland führte.

Die erste Tat: Deutschland, 1948

In einer Unterkunft im besetzten Deutschland kam der Nachtwächter Peter Helm 1948 nach einem Angriff mit einem Feuerlöscher und einer leeren Whiskyflasche ums Leben. John und ein Begleiter wurden deshalb festgenommen. Ein britisches General Court Martial in Bielefeld sprach John im Januar 1949 des Mordes schuldig und verhängte die Todesstrafe. Das britische Unterhausprotokoll zum Militärverfahren widerspricht jedoch der später verbreiteten Behauptung, seine Familie habe erst aus privater Quelle vom Verfahren erfahren. Die Todesstrafe wurde nicht vollstreckt, John schied aus der Armee aus und kehrte nach England zurück. Der genaue Tatort in Deutschland geht aus den zugänglichen Akten nicht hervor.

Die zweite Tat: Aldershot, 1952

Vier Jahre später, am 22. August 1952, ermordete er den 28-jährigen Fahrkartenschalter-Angestellten Geoffrey Charles „Dixie” Dean am Bahnhof Ash Vale nahe Aldershot in der Grafschaft Surrey. Er hatte den Bahnhof zuvor mehrfach besucht, sich nach Bootszügen nach Dover erkundigt, nach einem Streckenwärter gefragt und einen Bahnausweis vorgezeigt, um das Telefon zu nutzen. Er blieb auch nach Dienstschluss zum Gespräch mit dem Angestellten stehen und beobachtete offenbar gezielt dessen Arbeitsabläufe und den Umgang mit der Kasse. Am Tatabend stach er über zwanzig Mal auf ihn ein, eine der Wunden hinter dem rechten Ohr durchtrennte die Halsschlagader. Aus dem Bahnhofstresor erbeutete er umgerechnet etwa 160 Pfund.

Ermittlung und Festnahme

Die Polizei durchsuchte systematisch Unterkunftshäuser in Aldershot und fand in einem Zimmer eine blutbefleckte Jacke mit seinem Reisepass sowie blutige Geldscheine. Er wurde am 23. August 1952 festgenommen, als er in das Zimmer zurückkehrte, und belastete sich rasch selbst. Das Messer hatte er im Schornstein seines Zimmers versteckt, wo Ermittler es zusammen mit gestohlenen Bahnunterlagen fanden.

Prozess und Hinrichtung

Der Prozess fand vor den Kingston Assizes statt, Richter war Mr. Justice Finnemore. Seine Verteidigung berief sich auf Unzurechnungsfähigkeit, die Geschworenen folgten dem nicht. Am 18. November 1952 wurde er des Mordes für schuldig befunden und zum Tode verurteilt, seine Berufung wegen angeblichen Wahnsinns wurde abgewiesen. Am 2. Januar 1953 wurde John James Alcott im Gefängnis Wandsworth gehängt.