John Gurd
- Aktive Jahre
- 1892
- Modus Operandi
- Erschießen
Eine Woche vor der geplanten Hochzeit teilte ihm seine Verlobte mit, dass sie es sich anders überlegt habe. John Gurd, überzeugt davon, dass ihr Onkel hinter dem Sinneswandel steckte, suchte den Mann zur Rede und erschoss ihn im Streit. Was als Beziehungsdrama begann, endete drei Tage später mit einem zweiten Toten und wenige Monate danach mit seiner eigenen Hinrichtung.
Werdegang
Er wurde 1863 geboren und lebte im wirtschaftlich noch stark landwirtschaftlich geprägten Wiltshire, als er sich mit einer jungen Frau namens Florence Adams verlobte. Nur eine Woche vor dem vereinbarten Hochzeitstermin löste sie die Verlobung, aus Gründen, die in den Quellen nicht überliefert sind. Er machte dafür ihren Onkel Henry Richards verantwortlich, der die Verbindung angeblich hintertrieben hatte.
Die erste Tat
Am 9. April 1892 suchte er Henry Richards in Melksham auf und stellte ihn zur Rede. Der Streit eskalierte, er zog einen Revolver und schoss zweimal in den Rücken des Mannes, der wenig später an seinen Verletzungen starb. Anschließend floh er in Richtung Warminster und Longleat.
Die Flucht und der zweite Mord
Hungrig und erschöpft klopfte er in der Nacht an die Tür eines Gasthauses in Corsley bei Warminster, um etwas zu essen zu bekommen. Als der Wirt ihm die Tür verweigerte, erschoss er dessen Pferd und flüchtete weiter. Die einsetzende Fahndung führte am 12. April 1892 zu einer Verfolgungsjagd auf der Landstraße nahe Longleat Park: Sergeant Enos Molden und weitere Polizisten stellten den Gesuchten, der auf die Beamten schoss und den 49-jährigen Sergeant in die Brust traf. Dieser starb wenig später an seiner Verletzung.
Festnahme und Prozess
Noch am selben Tag nahm die Polizei ihn nahe Longleat fest. Vor Gericht in Wiltshire gestand er zunächst beide Taten, wurde von seinen Anwälten aber dazu bewogen, auf nicht schuldig zu plädieren, ein Antrag auf Unzurechnungsfähigkeit blieb erfolglos. Die Jury verurteilte ihn wegen doppelten Mordes zum Tode.
Nachwirkungen
Am 26. Juli 1892 wurde John Gurd im Gefängnis von Devizes gehängt, im Alter von nur 29 Jahren. Sein Fall fand landesweite Beachtung, die Zeitung Daily Graphic veröffentlichte sogar ein Porträt von ihm. Der Fall zeigt exemplarisch, wie aus einer privaten Zurückweisung binnen weniger Wochen eine Gewaltspirale mit zwei Todesopfern werden konnte, lange bevor Kriminalpsychologie als eigenes Fachgebiet existierte.