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John Fisher

Ortseingangsschild „Welcome to Small Heath“ an einer Straße in Birmingham
Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerBirmingham , Großbritannien
Aktive Jahre
1925
Modus Operandi
Erstechen

Ein Mann irrt stundenlang ziellos durch die Straßen von Birmingham, steigt schließlich in eine Straßenbahn und gesteht dort wie beiläufig einem Polizisten, gerade seine Lebensgefährtin getötet zu haben. So endete die Tat des Schlossers John Fisher, geboren 1869, der am 15. Oktober 1925 im Stadtteil Small Heath ohne erkennbaren Auslöser zum Mörder wurde. Für den Mord an seiner Partnerin wurde er wenige Monate später gehängt, im Alter von 58 Jahren einer der älteren unter den zahlreichen zum Tode Verurteilten der Zwischenkriegszeit.

Werdegang

Über sein frühes Leben ist wenig überliefert. Er arbeitete als Schlosser und lebte seit 14 Jahren mit seiner Partnerin Ada Taylor, 56, zusammen, gemeinsam mit einer Untermieterin namens Jessie Dutton in einem Haus in der Wright Street im Arbeiterviertel Small Heath. Nach außen hin galt die langjährige Beziehung als unauffällig, nichts deutete auf die Gewalt hin, die sich im Oktober 1925 entlud.

Die Tat

Am 25. Oktober 1925 griff er Ada Taylor ohne ersichtlichen Streit oder erkennbaren Anlass mit einem Messer an und durchtrennte ihr die Kehle. Anschließend wusch er das Messer sorgfältig ab, räumte in der Wohnung auf und verließ das Haus, als sei nichts geschehen. Erst nach Stunden ziellosen Umherirrens durch die Stadt bestieg er eine Straßenbahn und gestand einem Polizeibeamten spontan die Tat.

Prozess

Vor Gericht bei den Warwick Assizes bekannte er sich am 4. Dezember 1925 schuldig und gab dabei an, ursprünglich vorgehabt zu haben, “beide Frauen im Haus” zu töten, also auch die Untermieterin Jessie Dutton. Das Gericht verurteilte ihn zum Tode durch den Strang.

Hinrichtung

John Fisher wurde am 5. Januar 1926 im Gefängnis von Birmingham gehängt, ausgeführt von den Henkern William Willis und Robert Wilson. Die Hinrichtung selbst verlief nicht ohne Zwischenfall: William Willis soll dabei beinahe versehentlich einen Wärter statt des Verurteilten selbst an den Galgen geführt haben, eine Verwechslung, die in letzter Sekunde korrigiert wurde.

Nachwirkungen

Der Fall John Fisher blieb, anders als viele prominentere Mordfälle seiner Zeit, weitgehend eine Fußnote der britischen Kriminalgeschichte der 1920er Jahre. Er steht dennoch beispielhaft für die damalige Praxis: ein spontanes, unerklärtes Gewaltverbrechen im Milieu der Arbeiterklasse, ein rasches Geständnis und eine ebenso rasche Hinrichtung, ohne dass die Beweggründe der Tat je vollständig geklärt wurden.