John Duffy
- Aktive Jahre
- 1982–1986
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgenStumpfe GewaltKomplizen
John Duffy saß bereits wegen zweier Morde in Haft, als seine Aussage die Ermittler zu einem alten Schulfreund zurückführte. Der gemeinsame Fall um drei getötete Frauen wurde erst 2001 vollständig vor Gericht verhandelt. Der Guardian dokumentierte die drei Mordschuldsprüche gegen David Mulcahy und die langjährige Verbindung der beiden Täter.
Werdegang
John Francis Duffy wurde 1958 geboren und wuchs in Nordlondon auf. An der Haverstock School lernte er David Mulcahy kennen, mit dem ihn schon als Jugendlicher eine gemeinsame Faszination für Gewalt verband. Als Erwachsener arbeitete er unter anderem als Tischler für die britische Eisenbahngesellschaft British Rail, ein Beruf, der ihm genaue Ortskenntnisse über Bahnhöfe und Bahntrassen im Süden Englands verschaffte, Wissen, das er später gezielt für seine Taten nutzte.
Taten
Zwischen 1982 und 1986 überfielen John Duffy und sein Komplize systematisch Frauen an oder in der Nähe von Bahnhöfen, meist im Schutz der Dunkelheit. Sie trugen Skimasken, fesselten ihre Opfer und bedrohten sie mit Messern. Insgesamt wurden ihnen über zwanzig Vergewaltigungen zugeschrieben, allein 1982 und 1983 mindestens achtzehn. Ab Ende 1985 eskalierte die Gewalt zu Mord:
- Alison Day (19), entführt am 29. Dezember 1985 am Bahnhof Hackney Wick, erstickt, die Leiche wurde später im Fluss Lea gefunden.
- Maartje Tamboezer (15), eine niederländische Austauschschülerin, am 17. April 1986 in West Horsley, Surrey überfallen, erschlagen, erwürgt und anschließend verbrannt, um Spuren zu vernichten.
- Anne Lock (29), eine Sekretärin, am 18. Mai 1986 am Bahnhof Brookmans Park in Hertfordshire entführt und erwürgt.
Ermittlung und Festnahme
Die Polizei bündelte die Ermittlungen in mehreren Sonderkommissionen, unter anderem der „Operation Trinity”, der ersten britischen Mehrfach-Behörden-Ermittlung seit dem Fall des Yorkshire Rippers. Erstmals kam dabei auch das computergestützte Ermittlungssystem HOLMES zum Einsatz. Entscheidend wurde zudem eine neue Methode: Der Psychologe David Canter von der University of Surrey erstellte ein geografisches und psychologisches Täterprofil, eine der ersten Anwendungen von Offender Profiling in der britischen Kriminalgeschichte. John Duffy erfüllte 13 von 17 Merkmalen dieses Profils. Am 23. November 1986 wurde er festgenommen.
Prozess
Im Februar 1988 wurde John Duffy wegen zweier Morde und vierer Vergewaltigungen zu einer Mindeststrafe von 30 Jahren verurteilt, im Fall Anne Lock sprach ihn die Jury zunächst frei, da die Beweislage zu dünn war. Erst 1998 begann er, mit den Ermittlern zu kooperieren, und lieferte im März 1999 ein Geständnis für 17 weitere Vergewaltigungen sowie belastende Aussagen gegen seinen früheren Komplizen. Seine Strafe wurde später auf eine echte lebenslange Haftstrafe ohne Aussicht auf Entlassung ausgeweitet.
Nachwirkungen
Erst sein spätes Geständnis brachte die Ermittler auf die Spur seines Jugendfreundes David Mulcahy, der 1986 zunächst vernommen, mangels Beweisen aber wieder freigelassen worden war. Neue DNA-Analysen bestätigten Jahre später auch dessen Beteiligung am Mord an Anne Lock, für den John Duffy selbst nie erneut angeklagt wurde. Der Fall veränderte die britische Polizeiarbeit nachhaltig: Geografisches Profiling gehört seither zum festen Werkzeug bei der Suche nach Serientätern.