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John William Cooper

genannt „Der Bullseye-Killer"

Der Küstenweg von Pembrokeshire bei Little Haven, Tatort des Doppelmords von John William Cooper an Peter und Gwenda Dixon
Wikimedia Commons / Sjaak Kempe · CC BY 2.0
4
Opfer
„Der Bullseye-Killer"
inhaftiert
SerienmörderMilford Haven , Großbritannien
Aktive Jahre
1985–1996

Einen Monat vor einem seiner Morde trat er im britischen Fernsehen auf, als Kandidat einer bunten Quizshow namens „Bullseye”. Niemand ahnte, dass ausgerechnet diese Aufnahme zwei Jahrzehnte später zu einem Beweisstück gegen ihn werden sollte. John William Cooper, ein Landarbeiter aus Wales, ermordete zwischen 1985 und 1989 vier Menschen, ehe moderne Forensik ihn 2009 endgültig überführte.

Werdegang

John William Cooper wurde am 3. September 1944 in Milford Haven in der walisischen Grafschaft Pembrokeshire geboren und arbeitete im Lauf seines Lebens als Landarbeiter, Schweißer und Fischer. Schon in jungen Jahren fiel er wegen Autodiebstahls, tätlichen Angriffs auf einen Polizeibeamten und Körperverletzung auf. 1978 gewann er umgerechnet rund 90.000 Pfund in einem Zeitungswettbewerb, dazu ein Auto im Wert von 4.000 Pfund. Der plötzliche Reichtum verstärkte nach Aussagen von Bekannten seine ohnehin vorhandene Trink- und Spielsucht, den Großteil des Gewinns verlor er in Kneipen und Wettbüros.

Die Taten

Am 22. Dezember 1985 drang er in das dreistöckige Gutshaus Scoveston Park ein und erschoss die Geschwister Richard und Helen Thomas, bevor er das Haus in Brand setzte, um seine Spuren zu verwischen.

Am 29. Juni 1989 traf er auf dem Küstenweg von Pembrokeshire nahe Little Haven das Ehepaar Peter und Gwenda Dixon, das dort Urlaub machte. Er fesselte die beiden, zwang sie zur Herausgabe von Bankkarte und PIN, erbeutete rund 300 Pfund und erschoss anschließend beide aus nächster Nähe mit einer abgesägten Schrotflinte.

Im März 1996 hielt er fünf Jugendliche in einem bewaldeten Gebiet bei Milford Haven mit vorgehaltener Schusswaffe fest und vergewaltigte eine 16-Jährige, eine 15-Jährige wurde ebenfalls sexuell missbraucht. Daneben ging er über Jahre systematisch auf Beutezug: Insgesamt wurden ihm später 30 Einbrüche und ein bewaffneter Raubüberfall zur Last gelegt.

Ein zeitgenössischer Prozessbericht der BBC belegt, dass dieser Angriff gemeinsam mit den vier Mordanklagen vor dem Swansea Crown Court verhandelt wurde.

Erste Festnahme und Cold-Case-Ermittlung

1998 wurde er wegen der Einbrüche und des Raubüberfalls zu 16 Jahren Haft verurteilt und im Januar 2009 entlassen. Die beiden Doppelmorde von 1985 und 1989 blieben zunächst ungeklärt, obwohl schon damals ein gewisser Verdacht gegen ihn bestand, die Beweislage reichte jedoch nicht für eine Anklage. Erst eine 2006 gestartete Cold-Case-Ermittlung mit dem Codenamen „Operation Ottawa” brachte Bewegung in den Fall. Fortschritte in der forensischen DNA-Analyse erlaubten es der Gerichtsmedizinerin Angela Gallop, seine abgesägte Schrotflinte eindeutig als Tatwaffe zu identifizieren.

Als zusätzliches Beweisstück diente ausgerechnet die Fernsehaufnahme aus der Quizshow „Bullseye”, in der er nur einen Monat vor dem Mord an Peter und Gwenda Dixon als Kandidat aufgetreten war. Die Ermittler verglichen sein Erscheinungsbild darin mit einer Täterskizze, die auf Zeugenaussagen zum Mord an dem Ehepaar beruhte, und fanden eine deutliche Übereinstimmung.

Prozess und Urteil

Am 13. Mai 2009 wurde er erneut festgenommen, am 26. Mai 2011 sprach ihn ein Gericht in allen Punkten schuldig: vierfacher Mord, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, 30 Einbrüche und ein bewaffneter Raubüberfall. Der zuständige Richter John Griffith Williams begründete das Strafmaß damit, dass die Morde von einer derart „bösartigen Skrupellosigkeit” gewesen seien, dass eine lebenslange Freiheitsstrafe auch tatsächlich lebenslang bedeuten müsse. Er erhielt einen sogenannten „whole life order”, eine lebenslange Haftstrafe ohne jede Aussicht auf Entlassung. Eine im September 2011 eingelegte Berufung wies das Gericht 2012 zurück.

Nachwirkungen

Ermittler prüften nach seiner Verurteilung auch mögliche Verbindungen zu weiteren ungeklärten Todesfällen in der Region, darunter der Tod der Witwe Flo Evans 1989 sowie das Ehepaar Harry und Megan Tooze, das 1993 auf einem abgelegenen Bauernhof erschossen wurde, ohne dass es bislang zu weiteren Anklagen kam. Der Fall wurde 2021 unter dem Titel „The Pembrokeshire Murders” als britische Fernsehserie verfilmt. John William Cooper stellte 2023 einen Antrag auf Überprüfung seiner Verurteilung bei der zuständigen Kommission, saß zu diesem Zeitpunkt aber weiterhin ohne Aussicht auf Entlassung in Haft.

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