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John Baksh

Die Keston Ponds bei Bromley in Kent, an deren Ufer John Baksh im Januar 1985 seine zweite Ehefrau zurückließ
Doyle of London / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
1
Opfer
inhaftiert
SerienmörderBromley , Großbritannien
Aktive Jahre
1983–1985
Modus Operandi
VergiftungErstechen

Ein Hausarzt drogt seine Frau mit Morphium, fährt sie zu einem Angelteich am Stadtrand und schneidet ihr die Kehle durch. Als die Polizei sie Stunden später halb erfroren, aber lebend im Unterholz findet, glaubt niemand zunächst an einen Mordversuch, bis Ermittler ein Muster entdecken: Zwei Jahre zuvor war bereits die erste Ehefrau desselben Arztes im Spanienurlaub gestorben, offiziell an einem Herzinfarkt. John Baksh, ein 52-jähriger, wohlhabender General Practitioner aus Kent, hatte für beide Frauen hohe Lebensversicherungen abgeschlossen.

Werdegang

John Baksh wurde 1933 geboren und praktizierte über Jahrzehnte als Hausarzt in Südengland, zuletzt mit eigenen Praxen und einem gehobenen Lebensstil, der über sein Gehalt als Kassenarzt hinausging. Kollegen und Patienten kannten ihn als kompetenten, freundlichen Mediziner, dem niemand zutraute, seine medizinischen Kenntnisse gegen die eigene Familie einzusetzen.

Taten

1983 verbrachte er mit seiner ersten Ehefrau Ruby Urlaub in Cortijo Grande an der spanischen Costa Almería. Sie starb dort plötzlich, angeblich an einem Herzinfarkt. Die spanischen Behörden ordneten keine Autopsie an, und er kassierte eine Versicherungssumme auf ihr Leben. Am 4. Januar 1985 meldete er seine zweite Ehefrau, die Ärztin Dr. Madhu Baksh, als vermisst. Tatsächlich hatte er sie mit einer Morphiumdosis betäubt, die sie wehrlos, aber nicht tödlich vergiften sollte, sie in seinem Wagen zu den Keston Ponds bei Bromley in Kent gefahren und ihr im Unterholz die Kehle durchgeschnitten. Auch für sie bestanden Lebensversicherungen in Höhe von umgerechnet weit über 200.000 Pfund.

Ermittlung und Festnahme

Passanten fanden Madhu Baksh am folgenden Tag schwer verletzt, aber am Leben, im Gebüsch am Teichufer. Die eisige Januarkälte hatte ihr Blut so weit verdickt, dass die Wunde nicht verblutete, was ihr vermutlich das Leben rettete. Sie konnte den Ermittlern das Wort „Morphium” nennen, was die Polizei auf die richtige Spur brachte. Bei der Untersuchung des Falls stießen die Beamten auf die hohen Versicherungspolicen und begannen, auch den Tod der ersten Ehefrau neu zu prüfen. Eine Exhumierung in Spanien ergab, dass ihr Körper voller Morphium gewesen war. Die Ermittler untersuchten zusätzlich den Tod seiner betagten Mutter, konnten hier aber mangels Leiche, sie war eingeäschert worden, keine Beweise mehr sichern.

Prozess

Vor dem Old Bailey in London wurde John Baksh im Dezember 1986 des Mordes an seiner ersten Ehefrau sowie des versuchten Mordes an seiner zweiten Ehefrau für schuldig befunden. Am 18. Dezember 1986 verhängte das Gericht eine lebenslange Freiheitsstrafe, verbunden mit einer zusätzlichen Haftstrafe von 14 Jahren für den Mordversuch.

Nachwirkungen

Der Fall erregte in Großbritannien große Aufmerksamkeit, weil ein Mann in gehobener gesellschaftlicher Stellung sein medizinisches Fachwissen gezielt einsetzte, um Angehörige aus Habgier zu töten, und weil ausgerechnet die für das Opfer lebensbedrohliche Januarkälte am Ende zur Aufklärung beitrug. Über eine mögliche Entlassung oder den weiteren Verbleib von John Baksh ist nichts bekannt.