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Johann Otto Hoch

Porträtfoto von Johann Otto Hoch
Wikimedia Commons · Public Domain
1
Opfer
hingerichtet
SerienmörderChicago , USA
Aktive Jahre
1890–1905

Johann Otto Hoch, geboren 1855 als Johann Schmidt im hessischen Horrweiler, wurde am 23. Februar 1906 in Chicago gehängt. Zwischen 1890 und seiner endgültigen Festnahme 1905 heiratete er unter Dutzenden Aliasnamen bigamistisch mindestens 24, nach manchen Schätzungen über 50 Frauen in den gesamten Vereinigten Staaten, brachte sich ihr Vermögen zu und vergiftete zumindest einen Teil von ihnen mit Arsen. Gerichtlich zweifelsfrei nachgewiesen wurde ihm am Ende nur ein einziger Mord.

Werdegang

Er wanderte in den 1890er-Jahren aus dem Großherzogtum Hessen in die USA aus und legte sich im Lauf der folgenden anderthalb Jahrzehnte eine kaum noch überschaubare Zahl an Decknamen zu. Über Heiratsannoncen in deutschsprachigen amerikanischen Zeitungen suchte er gezielt Kontakt zu vermögenden, meist alleinstehenden Frauen.

Taten

Sein Vorgehen wiederholte sich über die Jahre nahezu unverändert: Er heiratete eine Frau, meist innerhalb weniger Wochen nach dem ersten Kontakt, überschrieb sich ihr Vermögen oder ihre Ersparnisse und verschwand anschließend, in mehreren dokumentierten Fällen nachdem er die Frau zuvor mit Arsen vergiftet hatte. Die Chicagoer Polizei bezeichnete ihn später als „Amerikas größten Massenmörder”, auch wenn sich die tatsächliche Opferzahl im Nachhinein nicht mehr zweifelsfrei klären ließ. Gerichtlich sicher nachgewiesen wurde ihm am Ende der Mord an Marie Walcker.

Festnahme

Bereits 1898 war er in Chicago festgenommen worden, kam jedoch mangels ausreichender Beweise wieder frei. Erst nach der Exhumierung von Marie Walckers Leiche im Jahr 1905 und dem darin nachgewiesenen Arsen wurde er im Januar 1905 in New York unter dem Alias „Harry Bartells” endgültig verhaftet.

Prozess und Hinrichtung

Im Prozess wegen des Mordes an Marie Walcker zeigte er sich unbeeindruckt und beteuerte durchgehend seine Unschuld. Im Mai 1905 wurde er für schuldig befunden und zum Tode verurteilt, am 23. Februar 1906 wurde das Urteil in Chicago vollstreckt.

Nachwirkungen

Der Fall Johann Otto Hoch zählt zu den frühen, medial besonders breit rezipierten amerikanischen Serienmordfällen des 20. Jahrhunderts und wird in der kriminologischen Literatur häufig als eines der ersten gut dokumentierten Beispiele für seriellen, finanziell motivierten Heiratsschwindel mit Todesfolge angeführt, ein Muster, das später auch bei Fällen wie Belle Gunness und Henri Landru auftrat.

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