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Johann Gautsch

Burg Mauterndorf im Salzburger Lungau, dem Ort, an dem Johann Gautsch aufwuchs und seine Taten beging
Nxr-at, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
6
Opfer
Suizid
AmokläuferMauterndorf , Österreich
Aktive Jahre
1997
Modus Operandi
Erschießen

Johann Gautsch, ein 36 Jahre alter Automechaniker aus dem Salzburger Lungau, erschoss am 20. November 1997 in und um seinen Heimatort Mauterndorf innerhalb weniger Stunden sechs Menschen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Der Amoklauf zählt zu den folgenreichsten Gewalttaten der österreichischen Nachkriegsgeschichte und löste eine parlamentarische Debatte über das Waffenrecht aus.

Werdegang

Johann Gautsch wurde 1961 in Mauterndorf geboren und verlor beide Eltern bereits in seiner Kindheit. Er absolvierte eine Lehre als Automechaniker und fand danach Arbeit bei einem Autohaus im nahen Hallein, wurde dort aber im Zuge von Personalabbau gekündigt. Er versuchte anschließend, das geerbte Elternhaus zu renovieren, in dem mehrere Untermieter wohnten. Die Renovierung scheiterte, er häufte Schulden von über einer Million Schilling an und musste das Haus schließlich an einen seiner eigenen Untermieter verkaufen. Zuletzt lebte er zurückgezogen in einer ungeheizten Dachwohnung und soll zunehmend von Verfolgungsideen und angeblichen „Dämonen” gesprochen haben, die ihn zu seinen Taten drängten.

Die Taten

Am Morgen des 20. November 1997 erschoss er mit einer Walther PPK und einer Smith & Wesson zunächst drei Mitbewohner seines früheren Elternhauses:

Ein 18 Monate altes Kleinkind blieb dabei unversehrt. Etwa zehn bis fünfzehn Minuten später erschoss er einen früheren Vorgesetzten, Wernfried Gappmayer, 55 Jahre, den ehemaligen Volksschuldirektor und stellvertretenden Bürgermeister des Orts. Anschließend suchte er das Haus seines früheren Arbeitgebers auf und tötete dort dessen Tochter Irene Schitter, 22 Jahre, und deren Freund Stefan Bader, 19 Jahre, der seine frühere Wohnung übernommen hatte. Er versteckte sich vorübergehend im Haus und gestand einem Verwandten die Taten, bevor er auf der Flucht noch auf einen Mann in der Nachbargemeinde St. Margarethen schoss, dessen Partnerin er begehrt haben soll. Dieser Schuss verfehlte sein Ziel.

Ermittlung und Ende

Eine Straßensperre stoppte ihn auf der Rückfahrt nach Mauterndorf. Er tötete sich dort noch am selben Tag durch einen Kopfschuss. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler weitere Pistolen, fünf Gewehre, rund zehn Kilogramm Schwarzpulver und etwa 1000 Schuss Munition.

Nachwirkungen

Der Amoklauf von Mauterndorf erschütterte Österreich und führte zu Forderungen von SPÖ, Grünen und Liberalem Forum nach einer Verschärfung des Waffengesetzes. Die ÖVP widersetzte sich diesen Plänen, sodass das Waffenrecht letztlich unverändert blieb. Johann Gautsch hinterließ Aufzeichnungen, in denen er seine Taten mit angeblichen „Dämonen” begründete, ohne dass sich daraus ein nachvollziehbares Motiv ableiten ließ. Mehr zum Tathergang in der Schlagzeile Amoklauf von Mauterndorf: Sechs Tote im Salzburger Lungau.