Joe Ball
- Serienmörder — Elmendorf , USA
- Aktive Jahre
- 1937–1938
- Modus Operandi
- ErschießenZerstückelungKomplizen
Als Ermittler ihn in seiner Bar befragen wollten, erschoss sich Joseph Douglas Ball am 24. September 1938 selbst. Kurz darauf führte sein Handlanger die Behörden zu den zerstückelten Überresten von Hazel Brown und zum Grab von Minnie Gotthardt. Ein Prozess gegen den Betreiber des „Sociable Inn” war damit unmöglich. Die fünf Alligatoren in seinem Biergarten machten aus dem belegten Doppelmord später die weit ausgeschmückte Legende vom „Alligator Man”.
Werdegang
Nach seinem Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg finanzierte er sich während der Prohibition zunächst als Alkoholschmuggler. Nach deren Ende eröffnete er in Elmendorf bei San Antonio die Bar „The Sociable Inn”, die durch ein ungewöhnliches Lockmittel bekannt wurde: einen Teich mit fünf Alligatoren im Biergarten, deren Fütterung mit Katzen und Hunden zahlende Zuschauer anzog.
Taten
Als Opfer wurden ihm die Kellnerinnen Minnie Gotthardt und Hazel Brown, genannt „Schatzie”, behördlich zugeordnet. Clifford Wheeler sagte aus, Joseph Douglas Ball habe Minnie im Juni 1937 am Strand bei Ingleside erschossen. Zeitgenössische Berichte im Pampa Daily News und im Shamrock Texan dokumentieren die Aussage sowie die spätere Bergung der Überreste. Hazel wurde 1938 getötet und bei Elmendorf verscharrt. Nach Clifford Wheelers Aussage half er bei der Zerstückelung der Leiche. Ob tatsächlich menschliche Überreste an die Alligatoren verfüttert wurden, blieb dagegen unbewiesen; die spätere vierte Ehefrau des Barbesitzers bestritt dies 1957 öffentlich.
Ende
Als Ermittler am 24. September 1938 wegen des Verdachts gegen ihn in seiner Bar erschienen, erschoss er sich noch während der Befragung selbst mit einem Schuss in die Brust, bevor es zu einer förmlichen Festnahme oder einem Prozess kam. Sein Komplize Clifford Wheeler wurde später wegen Beihilfe zur Leichenbeseitigung verurteilt.
Nachwirkungen
Der Fall verbreitete sich rasch in der amerikanischen Boulevardpresse und gilt bis heute als eine der bizarrsten Episoden der texanischen Kriminalgeschichte, nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen Rolle der Alligatoren, die noch Jahrzehnte später in True-Crime-Erzählungen über den Fall im Mittelpunkt stehen.