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Joan Vila Dilmé

genannt „Der Pfleger von Olot"

Polizeifoto von Joan Vila Dilmé, Pfleger und Serienmörder aus dem katalanischen Olot
Mossos d'Esquadra / Wikimedia Commons (Bild seitlich weiß ergänzt, um das Hochformat an den Seitenverhältnis-Rahmen der Profilseite anzupassen) · CC0 1.0
11
Opfer
„Der Pfleger von Olot"
inhaftiert
SerienmörderOlot , Spanien
Aktive Jahre
2009–2010
Modus Operandi
Vergiftung

Elf Wochenberichte in einem katalanischen Altenheim, elf Todesfälle, die niemand hinterfragte, bis ein einziger Pathologe misstrauisch wurde. Joan Vila Dilmé arbeitete als Pfleger in der Seniorenresidenz La Caritat im katalanischen Olot und tötete zwischen August 2009 und Oktober 2010 elf seiner Schutzbefohlenen. Er gilt seither als einer der Täter mit den meisten nachgewiesenen Morden im Spanien des 21. Jahrhunderts.

Werdegang

Joan Vila Dilmé wurde am 26. September 1965 in Castellfollit de la Roca in der Provinz Girona geboren. Vor seiner Tätigkeit im Gesundheitswesen arbeitete er unter anderem als Friseur sowie in der Textil- und Gastronomiebranche und absolvierte mehrere Umschulungen, bevor er sich zum Pflegehelfer in der Altenbetreuung ausbilden ließ. Fünf Jahre lang war er als Pfleger in der Residenz La Caritat angestellt, einem Altenheim für rund neunzig Bewohner in der kleinen Stadt Olot.

Die Taten

Zwischen August 2009 und Oktober 2010 tötete er elf Heimbewohner im Alter zwischen 80 und 96 Jahren: Rosa Barbures Pujol, Francisca Matilde Fiol, Teresa Puig Boixadera, Isidra García Aseijas, Carme Vilanova Viñolas, Lluís Salleras Claret, Joan Canal Julià, Montserrat Canalias Muntada, Sabina Masllorens Sala, Montserrat Guillamet Bartolich und zuletzt Paquita Gironès Quintana. Bei den meisten Opfern verabreichte er Überdosen Insulin oder gefährliche Medikamentenkombinationen, bei den letzten drei griff er zu ätzenden Reinigungsmitteln, die er sie schlucken ließ. Vor Gericht gab er später an, mit den Taten das „Leiden” der alten Menschen habe beenden wollen, eine Rechtfertigung, die weder Richter noch Öffentlichkeit ihm abnahmen.

Ermittlung und Festnahme

Der Fall flog auf, weil ein Pathologe sich weigerte, den Tod von Paquita Gironès Quintana kommentarlos als natürlich zu bescheinigen. Ihm fielen Verätzungen an Mund und Rachen auf, die zu keiner natürlichen Todesursache passten. Er informierte die Behörden, die daraufhin auch die übrigen ungewöhnlich häufigen Todesfälle der vergangenen vierzehn Monate genauer untersuchten. Überwachungskameras der Einrichtung dokumentierten zusätzlich seine Bewegungen in den entscheidenden Nächten. Am 18. Oktober 2010 nahm die katalanische Polizei, die Mossos d’Esquadra, ihn fest.

Prozess

Der Prozess vor der Audiencia Provincial de Girona begann am 27. Mai 2013. Am 21. Juni 2013 verurteilte das Gericht ihn zu 127,5 Jahren Haft sowie zu Schadensersatz in Höhe von rund 369.000 Euro, nach spanischem Recht sind davon effektiv maximal 40 Jahre zu verbüßen. Das spanische Oberste Gericht, der Tribunal Supremo, bestätigte das Urteil am 10. Oktober 2014 in vollem Umfang.

Nachwirkungen

Er sitzt seither im Gefängnis Puig de les Basses bei Figueres ein. Im Frühjahr 2026 machte der Fall noch einmal international Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er in Haft eine Geschlechtsangleichung begonnen hat. Unter dem neuen Namen Aída Vila lebt sie seither im Frauentrakt der Anstalt, an der Höhe der verhängten Strafe ändert die Transition nichts. Der Fall des Pflegers von Olot gilt in Spanien bis heute als eines der erschütterndsten Beispiele dafür, wie wenig Kontrolle in manchen Pflegeeinrichtungen über den Umgang mit den schwächsten Bewohnern herrschte.

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