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Joachim Knychała

genannt „Vampir von Bytom"

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Joachim Knychała nach seiner Festnahme 1982, Profil- und Frontalansicht
Wikimedia Commons / Komenda Miejska Milicji Obywatelskiej w Piekarach Śląskich · Public Domain
5
Opfer
„Vampir von Bytom"
hingerichtet
SerienmörderBytom , Polen
Aktive Jahre
1975–1982

Fünf Morde und sieben versuchte Morde füllen die im Archiv des polnischen Instituts für Nationales Gedenken erhaltene Gerichtsakte. Joachim Knychała, geboren am 8. September 1952 in Bytom, tötete zwischen 1975 und 1982 Frauen und Mädchen im oberschlesischen Industrierevier. 1985 wurde er hingerichtet.

Werdegang

Seine deutsche Mutter und sein polnischer Vater trennten sich, als er zwei Jahre alt war, der Vater verschwand aus seinem Leben. Aufgezogen wurde er von seiner Großmutter, die ihn nach Berichten von Angehörigen und Ermittlern regelmäßig schlug und als „polnischen Bastard” beschimpfte. Psychologen sahen in dieser frühen Demütigung später eine Wurzel für seinen ausgeprägten Frauenhass.

Taten

Zwischen 1975 und 1982 griff er wiederholt Frauen und Mädchen im Raum Bytom, Chorzów und Piekary Śląskie an, meist in der Nähe der Straßenbahnlinie 6 und im Schutz der Dunkelheit. Fünf Angriffe endeten tödlich:

Er schlug seine Opfer mit einer Axt oder einem Spitzhammer nieder, vergewaltigte mehrere von ihnen und verstümmelte die Leichen anschließend.

Ermittlung und Festnahme

Das letzte Opfer, die 17 Jahre alte Bogusława, war die jüngere Schwester seiner Ehefrau. Nach ihrem Tod gab er zunächst an, sie sei bei einem Spaziergang gestürzt und mit dem Kopf auf einen Stein geschlagen. Gerichtsmediziner fanden jedoch Samenreste an ihrer Unterwäsche sowie eindeutige Spuren stumpfer Gewalt, die einen Unfall ausschlossen. Bei einer polygrafischen Untersuchung reagierte er auffällig auf Fragen zu den zurückliegenden Morden, worauf er im Mai 1982 festgenommen wurde. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung fanden Ermittler seine markante Wildlederjacke sowie Gegenstände, die zuvor Opfern entwendet worden waren.

Prozess und Hinrichtung

Der Prozess vor dem Bezirksgericht Katowice begann am 18. Oktober 1983. Am 19. April 1984 wurde er wegen fünffachen Mordes sowie zahlreicher weiterer Übergriffe zum Tode verurteilt, das oberste Gericht Polens bestätigte das Urteil in der Berufung. Am 28. Oktober 1985 wurde er im Gefängnis Montelupich in Krakau gehängt.

Nachwirkungen

Sein Fall, verarbeitet unter anderem im Buch „Pamiętnik wampira” (Tagebuch eines Vampirs), gilt in Polen bis heute als eine der prägenden Serienmordermittlungen der kommunistischen Ära und wird regelmäßig in True-Crime-Dokumentationen und Podcasts wieder aufgegriffen.