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Jérôme Carrein

Die Maison d'arrêt in Douai, in deren Hof die Hinrichtung stattfand
Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerArleux , Frankreich
Aktive Jahre
1975
Modus Operandi
VergewaltigungErtränken

Jérôme Carrein wurde am 2. Juli 1941 in Cantin im Département Nord geboren. Der alkoholabhängige, ungelernte Landarbeiter ertränkte 1975 die achtjährige Cathy Petit in einem Sumpfgebiet nahe Arleux, nachdem er versucht hatte, das Kind zu vergewaltigen. Er wurde 1977 in Douai guillotiniert, als vorletzter Mensch überhaupt, der in Frankreich per Todesurteil hingerichtet wurde.

Werdegang

Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf, blieb Analphabet und war schon in jungen Jahren alkoholabhängig. Mit 18 Jahren heiratete er, arbeitete zunächst als Bauhelfer und später als Farmgehilfe in der Gegend um Arleux. Nach einer Tuberkulose-Erkrankung 1972 und einer Verurteilung wegen häuslicher Gewalt gegen seine Frau verlor er 1975 seine feste Anstellung und lebte zuletzt als umherziehender Gelegenheitsarbeiter.

Die Tat

Am 27. Oktober 1975 traf er in Arleux auf die achtjährige Cathy Petit und lockte sie unter dem Vorwand, gemeinsam Köder für einen Angelausflug zu suchen, in die nahen Sumpfländer bei Palluel. Dort versuchte er, das Mädchen zu vergewaltigen. Als es zu fliehen versuchte, geriet er in Panik, davor entdeckt zu werden, und ertränkte das Kind in einem Sumpfloch.

Ermittlung und Prozess

Jérôme Carrein wurde noch am Abend der Tat festgenommen und legte rasch ein Geständnis ab. Die Assisen des Département Pas-de-Calais verurteilten ihn am 12. Juli 1976 zum Tode. Nach erfolgreicher Berufung wurde der Fall vor den Assisen des Département Nord in Douai neu verhandelt, wo er am 1. Februar 1977 erneut zum Tode verurteilt wurde. Beide Jurys benötigten für ihre Entscheidung nur rund eine Stunde Beratungszeit.

Hinrichtung

Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing lehnte ein Gnadengesuch ab. Jérôme Carrein wurde am 23. Juni 1977 um 4:30 Uhr im Hof der Maison d’arrêt von Douai durch Henkermeister Marcel Chevalier guillotiniert, neun Tage vor seinem 36. Geburtstag. Er war der vorletzte durch die Guillotine hingerichtete Mensch in Frankreich. Nur drei Monate später wurde mit Hamida Djandoubi der letzte Verurteilte exekutiert, bevor Frankreich 1981 die Todesstrafe endgültig abschaffte.

Nachwirkungen

Der Fall Jérôme Carrein gilt in der französischen Rechtsgeschichte als eines der letzten Beispiele einer Kapitalstrafe, die trotz breiter öffentlicher Debatten über die Todesstrafe noch vollstreckt wurde. In der Region um Douai und Arleux blieb die Erinnerung an die Tat und die Hinrichtung lange lebendig.

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