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Jerome Brudos

genannt „Shoe Fetish Slayer"

Jerome Brudos, Zeitungsfoto nach seiner Verurteilung, Juni 1969
Statesman Journal, Foto: John Ericksen, via Wikimedia Commons · Public Domain
4
Opfer
„Shoe Fetish Slayer"
verstorben
SerienmörderSalem , USA
Aktive Jahre
1968–1969

Drei Schuldbekenntnisse sollten Jerome Henry Brudos drei lebenslange Strafen nacheinander einbringen. Die Entscheidung des Oregon Court of Appeals hielt jedoch fest, dass das Gesetz damals nur eine gleichzeitige Vollstreckung zuließ. Ein vierter gestandener Mord blieb ohne eigene Anklage.

Werdegang

Geboren wurde er am 31. Januar 1939 in Webster, South Dakota. Seine Mutter hatte sich ein Mädchen gewünscht und machte aus ihrer Enttäuschung über den zweiten Sohn keinen Hehl, während sie den älteren Bruder offenkundig bevorzugte. Die Familie zog mehrfach um, bis sie sich schließlich in Salem, Oregon niederließ.

Schon als Fünfjähriger entwickelte er eine Faszination für Frauenschuhe, nachdem er auf einer Müllkippe ein Paar Lackpumps gefunden hatte. Als seine Mutter davon erfuhr, verbrannte sie die Schuhe und bestrafte ihn, was die fetischistische Fixierung offenbar eher verstärkte als beendete. Mit sechzehn Jahren brach er wiederholt in Häuser der Nachbarschaft ein, um Schuhe und Unterwäsche zu stehlen. Im selben Alter lockte er ein Mädchen aus der Nachbarschaft unter einem Vorwand in sein Zimmer, bedrohte es mit einem Messer und fotografierte es unbekleidet. Nach einem weiteren Übergriff auf eine Siebzehnjährige, die eine vorbeikommende Familie verhinderte, durchsuchte die Polizei sein Zimmer und fand eine umfangreiche Sammlung gestohlener Frauenkleidung. Es folgte eine neunmonatige psychiatrische Beobachtung in der Oregon State Hospital, an deren Ende die Ärzte eine schizotypische Persönlichkeitsstörung diagnostizierten, ihn jedoch nicht als geisteskrank einstuften.

1959 leistete er kurz Militärdienst, wurde jedoch nach wenigen Monaten wegen psychischer Ungeeignetheit entlassen. 1961 heiratete er die siebzehnjährige, zu diesem Zeitpunkt schwangere Ralphene Schwinler, mit der er zwei Kinder bekam. Nach außen führte er das unauffällige Leben eines Familienvaters und Elektrotechnikers, während er in der Garage seines Hauses heimlich eine Werkstatt für seine Fetischobjekte und später für die Verstümmelung seiner Opfer einrichtete. 1967 überfiel er eine Frau, würgte sie bewusstlos und vergewaltigte sie, nachdem ihm ihre Schuhe aufgefallen waren, ein Vorfall, der unentdeckt blieb.

Kriminelle Aktivitäten

Ab Januar 1968 steigerten sich die Übergriffe zu Mord. Er lockte seine Opfer unter Vorwänden in seine Gewalt, erwürgte sie und nahm anschließend Körperteile als Trophäen an sich, häufig ergänzt durch Polaroidfotos der Toten und Abgüsse in Kunstharz.

Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):

  1. Linda Katherine Slawson (19), 26. Januar 1968: Die Vertreterin für Lexika klingelte an seiner Tür, wurde in den Keller gelockt, niedergeschlagen und erwürgt. Er trennte einen Fuß der Toten ab und versenkte die Leiche in einem Fluss, sie wurde nie gefunden. Jerome Brudos gestand diese Tötung, wurde dafür aber mangels Leiche nicht angeklagt.
  2. Jan Susan Whitney (23), 26. November 1968: Er half der jungen Frau bei einer vermeintlichen Autopanne an der Interstate 5 und erstickte sie in seiner Werkstatt mit einem Lederriemen. Ihre Leiche wurde später im Willamette River entdeckt. Eine auf zeitgenössischen Berichten beruhende Chronik des Falls belegt Tatdaten, Haus und Garage als tatsächlichen Tatort sowie die späteren Leichenfunde.
  3. Karen Elena Sprinker (18), 27. März 1969: Die Studentin der Oregon State University entführte er mit vorgehaltener Waffe aus einem Parkhaus in Salem, vergewaltigte und erwürgte sie. Die Leiche fand man im Long Tom River.
  4. Linda Dawn Salee (22), 23. April 1969: Er gab sich am Lloyd Center in Portland mit einer gefälschten Marke als Polizist aus, entführte die junge Frau, vergewaltigte und tötete sie. Auch ihre Leiche wurde im Long Tom River geborgen.

Bei mindestens zwei weiteren Frauen scheiterten Entführungsversuche im April 1969, weil sich die Angegriffenen wehren oder fliehen konnten.

Ermittlung und Festnahme

Der Durchbruch gelang, nachdem eine Studentin, mit der er ein Rendezvous verabredet hatte, der Polizei verdächtige Angaben zu ihm gemeldet hatte. Am 18. Mai 1969 wurde er bei diesem Treffen festgenommen, kam jedoch zunächst wieder frei. Bei der Hausdurchsuchung am 26. Mai 1969 stießen die Ermittler auf Frauenunterwäsche und Schuhe in großer Zahl, Polaroidfotos der Opfer, eine mit Kunstharz überzogene menschliche Brust auf dem Kaminsims sowie Kupferdraht und Motorteile, wie sie zum Beschweren der versenkten Leichen benutzt worden waren. Am 29. Mai 1969 nahm die Oregon State Police ihn endgültig fest, er hatte sich unter einer Decke im Familienauto versteckt, während seine Frau am Steuer saß. Anfang Juni 1969 legte er ein umfassendes Geständnis ab und soll dabei sinngemäß geäußert haben, mit ihm müsse etwas nicht stimmen.

Prozess

Am 4. Juni 1969 wurde Anklage wegen der Morde an Jan Susan Whitney, Karen Elena Sprinker und Linda Dawn Salee erhoben, die gestandene Tötung von Linda Katherine Slawson blieb mangels Leiche ohne Anklage. Psychiatrische Gutachten bescheinigten ihm volle Zurechnungsfähigkeit und stuften ihn als Psychopathen ohne erkennbares Schuldbewusstsein ein. Am 27. Juni 1969 bekannte sich Jerome Brudos vor Richter Val D. Sloper in allen drei Anklagepunkten des Mordes ersten Grades schuldig und wurde zu drei aufeinanderfolgenden lebenslangen Freiheitsstrafen im Oregon State Penitentiary verurteilt. Seine Ehefrau Ralphene geriet zwischenzeitlich selbst unter Verdacht der Mitwisserschaft im Fall Karen Elena Sprinker, wurde jedoch im September 1969 freigesprochen. Sie änderte danach ihren Namen und zog mit den Kindern in einen anderen Bundesstaat.

Nachwirkungen

Jerome Brudos verbrachte 37 Jahre in Haft und galt als Musterhäftling mit Verwaltungsaufgaben. Er starb am 28. März 2006 im Alter von 67 Jahren an Leberkrebs, als zu diesem Zeitpunkt am längsten inhaftierter Gefangener des Bundesstaats Oregon. Sein Fall diente Kriminalpsychologen als frühes Fallbeispiel für die Verbindung von Fetischismus, Nekrophilie und seriellem Tötungsverhalten und floss in mehrere kriminologische Studien der 1970er-Jahre ein.

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