Jeffrey Dahmer
- Serienmörder — Milwaukee , USA
- Aktive Jahre
- 1978–1991
- Modus Operandi
- KannibalismusErwürgen
Jeffrey Lionel Dahmer wurde am 21. Mai 1960 in Milwaukee, Wisconsin, geboren und wuchs zunächst in Ohio auf. Zwischen 1978 und 1991 ermordete er mindestens 16 Männer und Jugendliche, größtenteils in seiner eigenen Wohnung. Sein Fall zählt zu den am gründlichsten dokumentierten Serienmorden der USA, unter anderem weil er nach seiner Festnahme umfassend aussagte.
Werdegang
Jeffreys Kindheit war von familiärer Instabilität geprägt. Seine Mutter litt unter psychischen Erkrankungen, sein Vater war aus beruflichen Gründen häufig abwesend, und die Familie zog mehrfach um. Bereits im Teenageralter entwickelte er eine Alkoholabhängigkeit und begann, tote Tiere zu sezieren. Diese frühen Verhaltensweisen gelten rückblickend als Vorboten seiner späteren Taten.
Kriminelle Aktivitäten
1978, kurz nach seinem Schulabschluss, tötete er sein erstes Opfer: einen Anhalter, dessen Leiche er über ein Jahr lang versteckt hielt, bevor er sie vollständig beseitigte. Danach folgte eine mehrjährige Pause, bevor er ab 1987 sein Vorgehen systematisierte. Er sprach Männer in Bars an, die sich an ein überwiegend homosexuelles Publikum richteten, betäubte sie mit Medikamenten in Getränken und erwürgte sie anschließend. An mehreren Leichen beging er sexuelle Handlungen, an dreien praktizierte er nachweislich Kannibalismus. Die Taten dokumentierte er teilweise fotografisch.
Opfer (chronologisch, soweit bekannt):
- Steven Hicks (19), 6. Juni 1978
- Steven Tuomi (27), 15. September 1987
- James Doxtator (14), Januar 1988
- Richard Guerrero (25), 24. März 1988
- Anthony Sears (26), 25. März 1989
- Eddie Smith (36), Juni 1990
- Ricky Beeks (27), Juli 1990
- Ernest Miller (22), September 1990
- David Thomas (23), September 1990
- Curtis Straughter (19), Februar 1991
- Errol Lindsey (19), April 1991
- Tony Hughes (31), 24. Mai 1991
- Konerak Sinthasomphone (14), 27. Mai 1991
- Matt Turner (20), 30. Juni 1991
- Jeremiah Weinberger (23), 5. Juli 1991
- Oliver Lacy (23), 12. Juli 1991
- Joseph Bradehoft (25), 19. Juli 1991
Insgesamt gestand er 17 Morde. Bei 16 davon konnten Ermittler die Angaben durch Beweise oder Zeugenaussagen zweifelsfrei bestätigen.
Ermittlung und Festnahme
Am 22. Juli 1991 gelang Tracy Edwards (22), der ebenfalls zum Opfer werden sollte, die Flucht aus seiner Wohnung. Er alarmierte eine Polizeistreife, die daraufhin die Wohnung durchsuchte. Die Beamten fanden unter anderem einen menschlichen Kopf im Kühlschrank, abgetrennte Hände in einem Kochtopf sowie mehrere Schädel. Die Funde lösten bundesweites Entsetzen aus.
Prozess und Verurteilung
Er wurde 1992 in zwei Bundesstaaten verurteilt: In Wisconsin erhielt er fünfzehn lebenslange Haftstrafen ohne Möglichkeit auf Bewährung, in Ohio eine weitere. Ein Gutachten stufte ihn als schuldfähig ein, seine Verteidigung hatte zuvor erfolglos auf verminderte Zurechnungsfähigkeit plädiert.
Tod
Am 28. November 1994 wurde Jeffrey Dahmer im Gefängnis von Portage, Wisconsin, von einem Mitgefangenen, Christopher Scarver, erschlagen. Sein Tod beendete eines der meistbeachteten Kapitel der amerikanischen Kriminalgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Nachwirkungen
Der Fall Jeffrey Dahmer führte zu einer breiten öffentlichen Diskussion über die Versäumnisse der Polizei Milwaukee, die Konerak Sinthasomphone bei einem früheren Zwischenfall trotz Fluchtversuchs an ihn zurückgegeben hatte. Er beeinflusste zudem maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung von Serienmördern in Film und Fernsehen und ist bis heute Gegenstand zahlreicher Dokumentationen und Verfilmungen.
Dieser Fall zählt zu den in der Story Die 5 grausamsten Serienmörder aller Zeiten versammelten Verbrechen.