Jean-Baptiste Troppmann
- Aktive Jahre
- 1869
- Modus Operandi
- VergiftungErstechenErwürgenBetrug
Jean-Baptiste Troppmann wurde am 5. Oktober 1849 im elsässischen Brunstatt geboren und wuchs später in Cernay auf. Im Spätsommer 1869 tötete er innerhalb weniger Wochen alle acht Mitglieder der Familie Kinck, um sich deren Vermögen anzueignen. Nach seiner Festnahme wurde er zum Tode verurteilt und am 19. Januar 1870 in Paris vor Zehntausenden Schaulustigen öffentlich durch die Guillotine hingerichtet.
Werdegang
Über seine Kindheit und Jugend im Elsass ist wenig bekannt, außer dass er als geschickter Mechaniker galt und sich in kleineren Betrügereien versuchte. Über einen Bekannten geriet er an den elsässischen Kaufmann Jean Kinck, den Vater einer siebenköpfigen Familie, dem er vortäuschte, gemeinsam mit ihm ein einträgliches Geschäft mit gefälschtem Geld beziehungsweise eine geheime unterirdische Werkstatt aufbauen zu können.
Die Morde an der Familie Kinck
Ende August 1869 lockte er den Familienvater und dessen ältesten Sohn Gustave zu einem angeblichen Treffen in die Nähe von Cernay im Elsass und tötete zunächst den Vater, vermutlich mithilfe von Gift im Wein, wenig später auch den Sohn. Anschließend gab er sich gegenüber der übrigen Familie als Geschäftspartner des Vaters aus und überredete die hochschwangere Mutter Hortense Kinck, mit den fünf verbliebenen Kindern nach Paris zu reisen, angeblich um sich dort mit dem Vater zu treffen. Am 19. September 1869 brachte er Mutter und Kinder zu einem abgelegenen Feld bei Pantin am Stadtrand von Paris und tötete auch sie, mit Messerstichen, einer Hacke und durch Erwürgen.
Entdeckung und Festnahme
Bereits am folgenden Tag entdeckten Arbeiter die Leichen von Hortense Kinck und fünf ihrer Kinder auf dem Feld bei Pantin, die Überreste des Sohnes Gustave wurden wenige Tage später gefunden. Der Leichnam des Vaters kam erst im November zum Vorschein. Am 22. September 1869 nahm die Polizei ihn im Hafen von Le Havre fest, wo er mit den Papieren und Wertsachen der Familie versucht hatte, ein Schiff nach Amerika zu besteigen.
Prozess und Hinrichtung
Der Prozess vor dem Pariser Schwurgericht dauerte im Dezember 1869 fünf Tage. Am 31. Dezember 1869 wurde er zum Tode verurteilt. Am Morgen des 19. Januar 1870 wurde er vor dem Pariser Gefängnis La Roquette öffentlich durch die Guillotine hingerichtet, im Alter von 20 Jahren. Der russische Schriftsteller Iwan Turgenew wohnte der Hinrichtung als Augenzeuge bei und verarbeitete das Erlebnis in einem später vielbeachteten, von Fjodor Dostojewski scharf kritisierten Essay über die Hinrichtung. Fünf große Pflastersteine an der einstigen Hinrichtungsstätte erinnern noch heute an den Fall.