Janusz Komar
- Aktive Jahre
- 1983
- Modus Operandi
- Stumpfe Gewalt
Janusz Komar floh 1980 als 17-Jähriger aus der Tschechoslowakei nach Westdeutschland. Drei Jahre später tötete er innerhalb weniger Wochen zwei Frauen bei Raubüberfällen in Trier und Regensburg. Das Gericht verhängte lebenslange Haft wegen Mordes an Mutsuko Ayano und zusätzlich neun Jahre wegen Raubes mit Todesfolge an Maria Weiss.
Werdegang
Nach seiner Flucht aus der Tschechoslowakei erhielt er bereits fünf Tage später Asyl in der Bundesrepublik. Im März 1981 trat er der Fremdenlegion bei, wurde jedoch kurz darauf als untauglich für den Dienst entlassen. In den folgenden Jahren fiel er mehrfach durch kleinere Straftaten auf, bevor er als Schaustellerarbeiter durch Deutschland zog.
Taten
Am Morgen des 17. November 1983 traf er auf dem Kreuzweg zum Trierer Petrisberg auf die 27-jährige japanische Doktorandin Mutsuko Ayano, die auf dem Weg zur Universität war, wo sie mit einem Rotary-Stipendium Germanistik studierte. Er versuchte, ihr die Handtasche zu entreißen. Als sie sich wehrte, stürzte sie zu Boden, woraufhin er ihr mehrfach gegen den Kopf trat und mit umgerechnet rund 90 Mark aus ihrer Tasche flüchtete. Mutsuko Ayano erlag ihren schweren Kopfverletzungen wenige Tage später, am 21. November 1983, im Krankenhaus.
Nur gut zwei Wochen danach, am 5. Dezember 1983, überfiel er in Regensburg die Blumenladenbesitzerin Maria Weiss, Ende 60, nach demselben Muster. Auch sie starb an den Folgen der Tritte gegen ihren Kopf. Eine Mitteilung der Universität Trier bestätigt die zweite Tötung und die getrennte juristische Bewertung beider Taten.
Ermittlung und Prozess
Nach dem zweiten Überfall gerieten Mitbewohner in Regensburg in Verdacht gegen ihn, seine Festnahme folgte kurz darauf. Im Verhör gestand er beide Taten. Das Regensburger Landgericht verurteilte ihn wegen Mordes an Mutsuko Ayano zu lebenslanger Haft und wegen des tödlichen Raubes an Maria Weiss zu weiteren neun Jahren. Ein belastbarer aktueller Vollzugsstatus war in den öffentlich zugänglichen Quellen nicht festzustellen.
Nachwirkungen
Die Eltern von Mutsuko Ayano stifteten nach ihrem Tod einen Fonds, der bis heute japanischen Studenten ein Studium in Trier ermöglicht. 1984 wurde am Tatort auf dem Petrisberg eine Gedenkstele nach einem Entwurf des Trierer Bildhauers Jupp Zimmer errichtet, seit 2008 trägt eine Straße im Stadtteil Petrisberg-West ihren Namen.