James Oliver Huberty
- Aktive Jahre
- 1984
- Modus Operandi
- Erschießen
James Oliver Huberty wurde am 11. Oktober 1942 in Canton, Ohio, geboren und starb am 18. Juli 1984 in San Ysidro, Kalifornien. An diesem Tag betrat er ein McDonald’s-Restaurant und eröffnete das Feuer auf Angestellte und Gäste. Innerhalb von rund 77 Minuten tötete er 21 Menschen und verletzte 19 weitere, bevor ihn ein Scharfschütze der Polizei erschoss.
Werdegang
Er erkrankte im Alter von drei Jahren an Kinderlähmung und trug in der Folge Beinschienen, was ihm einen bleibenden leichten Humpelgang einbrachte. Als er acht Jahre alt war, verließ seine Mutter die Familie, um als Missionarin zu arbeiten. Er galt als verschlossenes, oft gehänseltes Kind mit wenigen Freunden und großem Interesse an Schusswaffen. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bestattungsunternehmer, arbeitete später jedoch als Schweißer bei einem Industrieunternehmen und verdiente dort über Jahre ein gutes Einkommen. Im November 1982 verlor er diese Stelle, was ihn in erhebliche finanzielle und emotionale Not stürzte. Nach einem gescheiterten Neuanfang in Mexiko zog er mit seiner Familie nach Kalifornien, wo er zuletzt als Wachmann arbeitete. Am 10. Juli 1984, acht Tage vor der Tat, wurde er wegen mangelnder Leistung entlassen. Seine Frau berichtete später, er habe seit der Arbeitslosigkeit Stimmen gehört und einmal eine geladene Pistole an die eigene Schläfe gehalten.
Tat
Am 17. Juli 1984 rief er in einer psychiatrischen Klinik an und bat um einen Termin, der Anruf wurde jedoch als unkritisch eingestuft und sein Name dabei falsch notiert. Am folgenden Tag, dem 18. Juli 1984, sagte er zu seiner Frau, er gehe „auf die Jagd nach Menschen”, und fuhr zu einem nahe gelegenen McDonald’s-Restaurant in San Ysidro, einem Stadtteil von San Diego nahe der Grenze zu Mexiko. Bewaffnet mit einer halbautomatischen Pistole, einer Maschinenpistole vom Typ Uzi und einer Schrotflinte eröffnete er gegen 16 Uhr das Feuer auf Angestellte und Gäste. Unter den Opfern waren Kinder im Alter von wenigen Monaten bis Erwachsene von 74 Jahren, die meisten von ihnen mexikanischer Abstammung. Insgesamt starben 21 Menschen, 19 weitere wurden verletzt.
Ende des Amoklaufs
Die Polizei traf wenige Minuten nach den ersten Notrufen ein, ein SWAT-Team baute in der Nähe einen Einsatzstand auf. Erst nach rund 77 Minuten, um 17:17 Uhr, konnte ein Scharfschütze durch ein Fenster einen tödlichen Schuss auf ihn abgeben.
Nachwirkungen
Der Amoklauf war zum Tatzeitpunkt der folgenreichste eines Einzeltäters in der Geschichte der USA. Das betroffene Restaurant wurde im September 1984 abgerissen, McDonald’s überließ das Grundstück der Stadt mit der Auflage, dort kein neues Restaurant zu errichten. 1990 wurde an der Stelle ein Denkmal mit 21 Steinsäulen für die Todesopfer errichtet. Der Konzern und die Unternehmerfamilie Kroc spendeten zusammen mehr als eine Million US-Dollar für einen Fonds zugunsten der Hinterbliebenen und Überlebenden. Klagen gegen McDonald’s und die Polizei wegen unterlassener Gefahrenabwehr wurden von den Gerichten abgewiesen.