James Francis Hurley
- Mörder — Hemel Hempstead , Großbritannien
- Aktive Jahre
- 1988
- Modus Operandi
- ErschießenKomplizenEinbruch
Ein Polizist ohne Dienstwaffe, der zufällig an einem Raubüberfall vorbeikommt, greift trotzdem ein und wird dafür erschossen. Der Fahrer des Fluchtwagens entkommt zunächst der Justiz nicht nur einmal, sondern zweimal: erst durch die eigene Flucht, Jahrzehnte später fast durch Verjährung der öffentlichen Empörung. James Francis Hurley brauchte am Ende fast vierzig Jahre, um seine Strafe wirklich zu verbüßen.
Die Tat
Am 14. April 1988 beteiligte sich Hurley als Fluchtfahrer an einem bewaffneten Überfall auf einen Geldtransporter vor einer Bank in Hemel Hempstead, Hertfordshire. Der Polizeikonstabel Frank Mason, der zu diesem Zeitpunkt keinen Dienst hatte und zufällig in der Nähe spazieren ging, bemerkte den Überfall und griff ohne Waffe ein. Hurley schoss ihm in den Rücken. Mason starb kurz darauf im West Hertfordshire Hospital an seinen Verletzungen und erhielt posthum die Queen’s Gallantry Medal für seinen Einsatz.
Prozess und Flucht
1989 wurde Hurley wegen Mordes, bewaffneten Raubs und Waffendelikten zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 16. Februar 1994 gelang ihm während eines Gefängnistransports zusammen mit einem Mitgefangenen die Flucht. Er verließ das Vereinigte Königreich und blieb 13 Jahre lang unauffindbar.
Erneute Festnahme
Am 9. November 2007 nahm die niederländische Polizei Hurley in Den Haag im Rahmen eines Einsatzes gegen mutmaßlichen Drogenhandel fest. In den Niederlanden verbrachte er wegen der dortigen Vorwürfe zunächst weitere Haftzeit und wurde nach vier Jahren auf Bewährung entlassen. Im November 2011 lieferte die niederländische Justiz ihn an die Hertfordshire Police aus, die ihn zur Vollstreckung des ursprünglichen Mordurteils zurück nach London brachte. Eine Berufung gegen seine Verurteilung scheiterte 2015.
Nachwirkungen
Im Januar 2025 wurde James Francis Hurley unter strengen Auflagen auf Bewährung entlassen, fast 37 Jahre nach der Tat. Die Entscheidung stieß bei der Police Federation und einem örtlichen Labour-Abgeordneten auf deutliche Kritik, die auf die Schwere der Tat und die jahrzehntelange Flucht verwiesen. Der Fall bleibt eines der bekanntesten Beispiele für einen britischen Polizistenmord, bei dem der Täter der Strafverfolgung über mehr als ein Jahrzehnt entkam.