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James Camb

genannt „Der Bullaugenmörder"

James Camb in Uniform als Steward der Union-Castle-Reederei, um 1947
New York Daily News, via Wikimedia Commons · Public Domain
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Opfer
„Der Bullaugenmörder"
verstorben
Totschläger , Großbritannien
Aktive Jahre
1947
Modus Operandi
Erwürgen

Um drei Uhr morgens klingelte in Kabine 126 zweimal die Notrufglocke, einmal für den Steward, einmal für die Stewardess, ein Doppelruf, der auf der Durban Castle noch nie jemand erlebt hatte. Als ein Besatzungsmitglied an die Tür klopfte, öffnete ein Mann einen schmalen Spalt und sagte, alles sei in Ordnung. Die Passagierin in der Kabine, eine 21 Jahre alte Schauspielerin auf dem Weg nach England, wurde nie wieder gesehen. James Camb bestritt bis zu seinem Tod, sie getötet zu haben, verurteilt wurde er trotzdem, ganz ohne Leiche.

Werdegang

James Camb wurde am 16. Dezember 1916 geboren und arbeitete als Steward der Union-Castle-Linie auf der Route zwischen Kapstadt und Southampton. Kollegen kannten ihn als notorischen Frauenhelden, mehrere Passagierinnen früherer Fahrten hatten ihm bereits sexuelle Übergriffe vorgeworfen, ohne dass es zu einer Anzeige gekommen wäre. Er war verheiratet und Vater einer Tochter, als er im Oktober 1947 an Bord der Durban Castle Dienst tat.

Die Nacht in Kabine 126

Am 18. Oktober 1947, während die Durban Castle etwa 150 Meilen vor der westafrikanischen Küste unterwegs war, suchte er die Kabine der jungen Schauspielerin Eileen Gibson auf, die unter ihrem Künstlernamen Gay Gibson auftrat. Nach seiner eigenen späteren Darstellung sei sie während des einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs plötzlich zusammengebrochen. Die Anklage ging dagegen davon aus, dass er sie erwürgte, nachdem sie um Hilfe gerufen hatte. Sicher ist nur, dass er ihren Körper anschließend durch das Bullauge der Kabine ins Meer stieß, die Leiche wurde nie gefunden.

Ermittlung ohne Leiche

Das Schiff wendete auf Anweisung des Kapitäns, doch die Suche nach der Vermissten blieb ergebnislos. In Southampton übernahm Scotland Yard die Ermittlungen. Kratzer an seinem Hals, an Schultern und Handgelenken deuteten auf Abwehrverletzungen hin, auf der Bettwäsche der Kabine fanden Ermittler zudem Blutspuren der Blutgruppe 0, obwohl er selbst Blutgruppe A hatte, dazu Urinflecken, die der Gerichtsmediziner Frederick Hocking als typisch für einen Erstickungstod einordnete. James Camb änderte seine Version der Ereignisse im Lauf der Vernehmungen mehrfach.

Prozess und Urteil

Der Prozess vor dem Winchester Assizes Court begann am 18. März 1948. Ein Verteidiger konfrontierte ihn im Zeugenstand mit seinen wechselnden Aussagen und fragte, ob das nicht ein eigenartiges Verhalten für einen ehrlichen Menschen sei, worauf er erwiderte, das nenne er eher bösartiges Verhalten. Nach nur 45 Minuten Beratung sprachen die Geschworenen ihn am 23. März 1948 des Mordes schuldig, das Gericht verhängte die Todesstrafe. Es war die erste britische Mordverurteilung ohne aufgefundene Leiche seit 1934.

Begnadigung und späteres Leben

Während seine Hinrichtung noch anstand, debattierte das Parlament über die Abschaffung der Todesstrafe. Der Innenminister wandelte daraufhin alle noch offenen Todesurteile in lebenslange Haft um, was Premierminister Winston Churchill öffentlich bedauerte, er nannte den Verurteilten einen brutalen, lüsternen Mörder. 1959 kam er nach elf Jahren Haft frei, wurde jedoch später wegen unsittlicher Übergriffe auf minderjährige Mädchen erneut verurteilt und musste den Rest seiner Strafe absitzen. Erst 1978 verließ er das Gefängnis endgültig. Er starb im Juli 1979 an Herzversagen und beteuerte bis zuletzt seine Unschuld.

Nachwirkungen

Der als „Bullaugenmörder“ bekannt gewordene Fall gilt bis heute als Lehrbuchbeispiel dafür, dass ein Mord auch ohne Leiche allein durch forensische Indizien und ein widersprüchliches Geständnisverhalten des Täters bewiesen werden kann.

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