Jacques Fesch
- Aktive Jahre
- 1954
- Modus Operandi
- ErschießenEinbruch
Jacques Fesch wurde am 6. April 1930 in Saint-Germain-en-Laye bei Paris als Sohn eines wohlhabenden belgischen Bankiers geboren. Am 24. Februar 1954 erschoss er bei einem missglückten Raubüberfall in Paris einen Polizisten und wurde dafür 1957 durch die Guillotine hingerichtet. In den gut drei Jahren seiner Haft durchlief er eine tiefgreifende religiöse Wandlung, die ihn nach seinem Tod zu einem Kandidaten für die katholische Seligsprechung machte.
Werdegang
Jacques wuchs behütet, aber lieblos auf. Sein Vater hatte als Bankier ein beträchtliches Vermögen aufgebaut, blieb dem Sohn emotional jedoch fern. 1951 heiratete er die junge Pierrette Polack, mit der er eine Tochter, Véronique, bekam. Die Ehe hielt nicht lange, er verließ seine Familie und bekam mit einer anderen Frau einen Sohn, Gérard. Ohne festen Beruf und mit dem Ziel, sich ein Segelboot zu kaufen, um nach Tahiti auszuwandern, verschaffte er sich zunehmend über zwielichtige Kanäle Geld.
Die Tat
Am 24. Februar 1954 betrat er in der Pariser Rue Vivienne die Wechselstube des Geldwechslers Alexandre Silberstein, um ihn auszurauben. Der Überfall lief aus dem Ruder, auf der Flucht verfolgte ihn der Polizeibeamte Jean Vergne, 35 Jahre alt. Jacques schoss auf ihn und traf ihn tödlich ins Herz. Noch am selben Tag wurde er in der Pariser Metro festgenommen.
Prozess und Todesurteil
Der Prozess vor dem Cour d’assises de Paris endete am 6. April 1957 mit dem Todesurteil. Ein Gnadengesuch an Staatspräsident René Coty blieb erfolglos.
Wandlung in der Todeszelle
Während der gut dreijährigen Haft bis zur Hinrichtung vollzog er eine radikale religiöse Wende. Er verfasste mystische Aufzeichnungen und Briefe, versöhnte sich mit seiner Familie und heiratete am Tag vor seiner Hinrichtung kirchlich seine Frau Pierrette. Sein letzter Tagebucheintrag endete mit den Worten: „In fünf Stunden werde ich Jesus Christus sehen.”
Hinrichtung und Nachwirkungen
Am 1. Oktober 1957 wurde Jacques Fesch im Gefängnis La Santé in Paris durch den Scharfrichter André Obrecht mit der Guillotine hingerichtet und auf dem alten Friedhof seiner Geburtsstadt Saint-Germain-en-Laye beigesetzt. 1987 reichte seine Witwe seine Aufzeichnungen bei der Kirche ein, im Dezember 1993 eröffnete Kardinal Jean-Marie Lustiger offiziell den Seligsprechungsprozess. Bis heute gilt Fesch in gläubigen Kreisen als Beispiel dafür, dass selbst ein zum Tode verurteilter Mörder noch eine tiefgreifende innere Umkehr erfahren kann.