Jack Wayne Reeves
- Aktive Jahre
- 1967–1994
- Modus Operandi
- Erschießen
Drei Ehefrauen von Jack Wayne Reeves starben, doch nur zwei Todesfälle endeten mit Mordurteilen. Als Emelita Villa 1994 verschwand, prüften Ermittler auch den vermeintlichen Suizid von Sharon Vaughn neu. Die Berufungsentscheidung im Fall Emelita Villa bestätigt den Schuldspruch und die Strafe von 99 Jahren; der Tod von Myeong-hi Chong blieb ohne Anklage.
Werdegang
Jack Wayne Reeves wurde am 20. Juni 1940 in Wichita Falls, Texas, geboren und diente als Berufssoldat in der US-Armee, aus der er 1985 im Rang eines Master Sergeant ausschied. Bereits 1967, während einer Stationierung in Italien, erschoss er einen italienischen Mann, den er beschuldigte, ihn und seine damalige Frau ausspioniert zu haben. Er wurde deswegen wegen Totschlags verurteilt und verbüßte vier Monate Haft, ehe das Paar in die texanische Kleinstadt Copperas Cove zog.
Die Ehefrauen
Er heiratete insgesamt viermal, seine erste Ehe, geschlossen mit 18 Jahren, wurde 1960 annulliert. Die folgenden Beziehungen endeten deutlich tödlicher:
- Sharon Vaughn, seit 1961 seine Ehefrau und Mutter seiner beiden Söhne, reichte im Februar 1978 während einer Auslandsstationierung ihres Mannes in Südkorea die Scheidung ein. Am 20. Juli 1978 wurde die 34-Jährige in Copperas Cove tot aufgefunden, erschossen mit einer Schrotflinte. Die Tat wurde zunächst als Suizid eingestuft und erst 1994 als Mord neu bewertet.
- Myeong-hi Chong, die er im Dezember 1980 in Südkorea als sogenannte Katalogbraut kennengelernt und geheiratet hatte, ertrank 1986 im Lake Whitney, obwohl sie Wasser mied und nicht schwimmen konnte. Ihre Leiche wies Blessuren im Gesicht auf, angeklagt wurde er damals nicht, er ließ sie einäschern.
- Emelita Villa, ebenfalls über eine Heiratsvermittlung kennengelernt und 28 Jahre jünger als er, wurde zuletzt am 11. Oktober 1994 lebend gesehen. Im Oktober 1995 fanden Ermittler ihre sterblichen Überreste in einem flachen Grab nahe demselben Lake Whitney.
Ermittlung und Festnahme
Erst als Freunde Emelita Villas ihr Verschwinden meldeten, begannen Ermittler systematisch nach seinen früheren Ehefrauen zu fragen und entdeckten das immer gleiche Muster: Katalogbräute aus Asien, anschließend Tod durch Ertrinken oder Erschießen. Am 21. März 1995 wurde er festgenommen.
Prozess
Am 3. Januar 1996 verurteilte ihn ein Gericht wegen des Mordes an Sharon Vaughn zu 35 Jahren Haft, am 20. August 1996 folgte eine zweite Verurteilung wegen des Mordes an Emelita Villa mit 99 Jahren Haft. Beide Strafen werden parallel vollstreckt.
Nachwirkungen
Jack Wayne Reeves sitzt bis heute in der Wallace Pack Unit nahe Navasota, Texas, ein regulär vorgesehenes Entlassungsdatum wäre erst 2095. Im Februar 2026 wurde ihm eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung verweigert, die nächste Möglichkeit besteht frühestens 2031. Sein Fall diente unter anderem als Vorlage für die Fernsehdokumentation „Forensic Files” und das Sachbuch „Mail Order Murder” der Autorin Patricia Springer.