Irene Leidolf
- Aktive Jahre
- 1983–1989
- Modus Operandi
- VergiftungKomplizen
Zwischen 1983 und 1989 tötete die Pflegehelferin Irene Leidolf gemeinsam mit drei Kolleginnen im Wiener Krankenhaus Lainz eine Reihe von Patienten, das Gericht sah 1991 fünf Morde als erwiesen an. Sie galt als engste Vertraute der Anführerin Waltraud Wagner und erhielt wie diese eine lebenslange Haftstrafe.
Werdegang
Irene Leidolf, 1962 geboren, arbeitete ebenfalls als Pflegehelferin auf Pavillon V des Krankenhauses Lainz und geriet früh unter den prägenden Einfluss ihrer älteren Kollegin Waltraud Wagner, die als treibende Kraft der Gruppe galt. Nach übereinstimmenden späteren Einschätzungen der Ermittler folgte sie Waltrauds Vorgehen und Rechtfertigungen nahezu unhinterfragt.
Die Taten
Wie ihre Kolleginnen tötete sie pflegebedürftige, meist ältere Patienten mit überdosiertem Rohypnol sowie mit der von der Gruppe als „Mundpflege” verharmlosten Methode, bei der den Opfern so lange Wasser eingeflößt wurde, bis sie erstickten. Die Taten wurden durchweg als natürliche Todesfälle dokumentiert.
Ermittlung und Festnahme
Nachdem ein Arzt die Frauen in einer Wirtshausrunde über ihre Taten hatte sprechen hören und der Fall des nicht-diabetischen Patienten Franz Kohout im April 1989 den entscheidenden Verdacht auslöste, wurde sie gemeinsam mit Waltraud Wagner, Stefanija Mayer und Maria Gruber am 7. April 1989 festgenommen.
Prozess
Im Prozess 1991 wurde sie des Mordes an fünf Patienten für schuldig befunden und wie Waltraud Wagner zu lebenslanger Haft verurteilt, den beiden anderen Angeklagten wurden mildere Strafen wegen geringerer nachgewiesener Beteiligung zugemessen.
Nachwirkungen
Irene Leidolf wurde am 7. August 2008 gemeinsam mit Waltraud Wagner nach über 19 Jahren Haft entlassen und nahm ebenfalls einen neuen Namen an. Der Fall bleibt bis heute Gegenstand von Dokumentationen und wissenschaftlichen Arbeiten zur Gruppendynamik innerhalb von Tätergemeinschaften im Pflegebereich.