← Zum Verzeichnis

Hugo Schenk

genannt „Mädchenmörder"

Porträtfoto von Hugo Schenk
Wikimedia Commons · Public Domain
4
Opfer
„Mädchenmörder"
hingerichtet
SerienmörderWien , Österreich
Aktive Jahre
1883

Als russischer Fürst und Bahningenieur versprach Hugo Schenk alleinstehenden Dienstmädchen die Ehe. Die Identitäten waren erfunden, das Ziel war ihr Erspartes. Gemeinsam mit Karl Schlossarek lockte er 1883 vier Frauen an abgelegene Orte, beraubte und tötete sie. Eine zeitgenössische Prozessschrift in den Landessammlungen Niederösterreich dokumentiert den Fall und die drei Angeklagten.

Werdegang

Als Sohn eines Richters wuchs er in vergleichsweise gehobenen Verhältnissen auf, sein Bruder wurde später Gemeindearzt. Bereits 1869/1870 begann er eine kriminelle Laufbahn als Heiratsschwindler, wurde deswegen verurteilt und später begnadigt. Im Gefängnis Stein lernte er den vorbestraften Karl Schlossarek kennen, der nach seiner eigenen Entlassung im Januar 1883 sein wichtigster Komplize wurde.

Taten

Unter erfundenen Identitäten, darunter ein angeblicher russischer Fürst namens Hermann Siegel, knüpfte er über Heiratsannoncen in Zeitungen Kontakt zu alleinstehenden Dienstmädchen und versprach ihnen die Ehe. Gemeinsam mit seinem Komplizen lockte er die Frauen zu abgelegenen Orten in Böhmen und Niederösterreich, wo die beiden sie durch Erwürgen und Schläge auf den Kopf töteten, ihre Ersparnisse und Wertgegenstände raubten und die mit Steinen beschwerten Leichen in Gewässern versenkten. Zu seinen Opfern zählten die Dienstmädchen Josefine Timal, ihre Schwester Katharina Timal, Theresia Ketterl und Rosa Ferenczi.

Festnahme

Am 10. Januar 1884 wurde er festgenommen, Karl Schlossarek einen Tag später.

Prozess und Hinrichtung

Beide wurden zum Tode durch den Strang verurteilt. Am 22. April 1884 wurden Hugo Schenk und Karl Schlossarek im Hof des Wiener Landesgerichts gehängt.

Nachwirkungen

Der Fall Hugo Schenk zählt zu den aufsehenerregendsten Kriminalfällen des habsburgischen Wiens im 19. Jahrhundert und gilt bis heute als frühes Beispiel für organisierten, auf Heiratsschwindel basierenden Raubmord mit arbeitsteiligem Vorgehen zweier Komplizen.