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Hubert Pilčík

genannt „Onkel Hubert"

Marktplatz von Nový Hrozenkov, Geburtsort von Hubert Pilčík
Palickap, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
2
Opfer
„Onkel Hubert"
Suizid
SerienmörderPlzeň , Tschechien
Aktive Jahre
1948–1951

Eine angeblich aus Bayern geschriebene Nachricht kam nie mit der Post. Hubert Pilčík selbst brachte sie den Angehörigen einer verschwundenen Familie und lenkte damit den Verdacht auf sich. Ermittler belegten die Tötung von Emanuel und Renata Balley, fanden bei ihm aber Besitz von mindestens drei weiteren Vermissten. Bevor diese Verdachtsfälle aufgeklärt werden konnten, nahm sich der vermeintliche Fluchthelfer im September 1951 in Haft das Leben.

Werdegang

Er wurde am 14. Oktober 1891 in Nový Hrozenkov im Bezirk Vsetín geboren. Er arbeitete zunächst in verschiedenen Berufen, bevor er als Schlosser in den Škoda-Werken in Plzeň Anstellung fand, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb. Verheiratet mit seiner elf Jahre jüngeren Frau Antonie, blieb die Ehe kinderlos. In seiner Nachbarschaft in Senec bei Plzeň galt er als ruhiger, naturliebender Mann und wurde von den Bewohnern liebevoll „Onkel Hubert“ genannt. Nach der kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowakei im Februar 1948 nutzte er seine Ortskenntnis der Grenzregion, um sich als Schleuser zu verdingen, der Flüchtlinge gegen Bezahlung über den Eisernen Vorhang nach Westdeutschland oder Österreich bringen sollte.

Die Taten

Ärmere Flüchtlinge, bei denen es wenig zu holen gab, brachte er Berichten zufolge tatsächlich in Sicherheit, um keinen Verdacht zu erregen. Wohlhabendere „Kunden“, die Schmuck und Wertsachen als einzig mitnehmbares Vermögen bei sich trugen, lockte er dagegen in abgelegene Waldstücke und tötete sie dort, um sich ihren Besitz anzueignen. Unter seinen bekannten Opfern waren Emanuel Balley, den er betäubte und verbrannte, sowie die Plzeňer Fotografin Renata Balleyová, die er erwürgte und in einer Sandgrube verscharrte, wo ihre Leiche später von spielenden Kindern gefunden wurde. Bei der Durchsuchung seines Grundstücks entdeckten Ermittler zudem Renata Balleyovás zwölfjährige Nichte, die er monatelang in einem Ziegenstall gefangen gehalten, sexuell missbraucht und gezwungen hatte, gefälschte Briefe zu schreiben, die vortäuschten, sie befinde sich bereits wohlbehalten in Bayern.

Ermittlung und Festnahme

Die Entdeckung der Leiche Renata Balleyovás brachte die Ermittler auf seine Spur. Im September 1951 wurde er festgenommen. Bei der anschließenden Durchsuchung seines Grundstücks fanden die Behörden große Mengen an Schmuck, Kleidung, Geld und Waffen, die eindeutig seinen Opfern zuzuordnen waren, sowie die gefangen gehaltene Nichte.

Tod

Zwei Morde konnten ihm zweifelsfrei nachgewiesen werden. Der Besitz weiterer Vermisster ließ Ermittler mindestens drei zusätzliche Tötungen vermuten, die wegen seines Todes nie vollständig aufgeklärt wurden. Noch vor einem Prozess erhängte er sich am 9. September 1951 in seiner Zelle im Gefängnis Plzeň mit zwei Taschentüchern.

Nachwirkungen

Der Fall zählt bis heute zu den bekanntesten und brutalsten der tschechoslowakischen Nachkriegskriminalgeschichte, gerade weil sich der Täter über Jahre als hilfsbereiter Nachbar tarnte. Sein abgetrennter, in Alkohol eingelegter Kopf zierte jahrzehntelang eine Vitrine des Gerichtsmedizinischen Instituts in Plzeň, ehe ihn das Polizeimuseum in Prag vor einigen Jahren in seine Sammlung übernahm.