Hubert Ernest Dalton
- Aktive Jahre
- 1924
- Modus Operandi
- Stumpfe Gewalt
Freitagabends trafen sich zwei Männer, die seit Jahrzehnten auf derselben Bahnstrecke arbeiteten, in ihrer Stammkneipe zum Dominospielen. Am 3. Oktober 1924 verließ der 68-jährige Francis Ward sein Cottage im nordyorkshirischen Dorf Ingleby Greenhow mit einer Laterne und einer Tasche, in der sich rund hundert Pfund Ersparnisse befanden, sicher in der Gesellschaft seines langjährigen Freundes und Arbeitskollegen. Nur wenige Stunden später lag er tot neben einem Heuhaufen, sein Schädel von Hammerschlägen zertrümmert, die Kehle nachträglich durchgeschnitten. Der Täter war Hubert Ernest Dalton.
Werdegang
Über Hubert Ernest Daltons frühes Leben ist wenig überliefert. Er wurde 1885 geboren und arbeitete als „Platelayer”, also als Gleisarbeiter, auf der Rosedale-Bahnlinie in Nordyorkshire, einer Strecke, die einst dem Transport von Eisenerz aus den North York Moors diente. Dort lernte er Francis Ward kennen, der als Böschungsarbeiter seit rund vierzig Jahren auf derselben Strecke beschäftigt war. Die beiden Männer galten als enge Freunde, die sich regelmäßig in ihrem Stammlokal, dem Dudley Arms, zum Dominospielen trafen.
Die Tat
Am Abend des 3. Oktober 1924 begleitete er seinen Kollegen auf dem Weg zum Pub. Aus bis heute nicht restlos geklärten Gründen, vermutlich um an dessen Lohn und Ersparnisse zu gelangen, schlug er ihm mit einem Hammer mehrfach auf den Kopf und fügte ihm mindestens sieben Wunden zu. Stunden später, wohl um sicherzugehen, dass sein Opfer tot war, schnitt er ihm zusätzlich die Kehle durch. Anschließend nahm er Geld, Uhr und Fahrkarte des Toten an sich.
Entdeckung und Festnahme
Francis Wards Tochter Violet bemerkte, dass ihr Vater nicht nach Hause gekommen war, und alarmierte dessen Arbeitgeber. Bei der Suche fand dieser die Leiche in einer Blutlache neben einem Heuhaufen. Noch am selben Tatort entdeckte ein Streifenpolizist den Täter, der mit blutverschmierter Kleidung und einer eigenen Schnittwunde am Hals in Richtung der Bahnböschung taumelte, offenbar nach einem eigenen, gescheiterten Suizidversuch. In seinem Cottage fanden die Ermittler daraufhin die Geldbörse des Opfers sowie den blutverschmierten Hammer.
Prozess und Hinrichtung
Der erste Prozess vor Mr Justice McCardie in York im Frühjahr 1925 endete mit einer nicht einigungsfähigen Jury. Bei der Neuverhandlung in Leeds im Mai desselben Jahres berief sich die Verteidigung auf Unzurechnungsfähigkeit, die Geschworenen benötigten für ihren Schuldspruch jedoch nur rund fünf Minuten. Hubert Ernest Dalton wurde am 10. Juni 1925 im Gefängnis von Hull von den Henkern Thomas Pierrepoint und Robert Baxter gehängt.
Nachwirkungen
Der Fall blieb regional vor allem deshalb im Gedächtnis, weil Täter und Opfer keine Fremden waren, sondern jahrelange Arbeitskollegen und Freunde, die sich noch am Abend der Tat gemeinsam auf den Weg zu ihrem Stammlokal gemacht hatten. Die Aufklärung stützte sich maßgeblich darauf, dass Hubert Ernest Dalton selbst nur wenige Stunden nach der Tat noch am Tatort entdeckt wurde.