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Howard Hughes

Das Rathaus von Llandudno in Wales, der Heimatstadt von Howard Hughes
Paul the Archivist / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
1
Opfer
inhaftiert
TotschlägerLlandudno , Großbritannien
Aktive Jahre
1995
Modus Operandi
VergewaltigungErwürgen

Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen amerikanischen Milliardär und Filmproduzenten: Dieser Howard Hughes war ein vielfach vorbestrafter Mann aus dem walisischen Badeort Llandudno. Die Polizei kannte ihn seit Jahren als Gefahr für Kinder, konnte ihn aber nie überführen, bis er 1995 die siebenjährige Sophie Hook aus einem Zelt im Garten ihrer Großeltern entführte und tötete.

Werdegang

Howard Hughes wurde 1965 in eine wohlhabende Familie in Llandudno hineingeboren, fiel aber schon als Kind durch massive Gewaltbereitschaft auf. Ärzte diagnostizierten bei ihm später das XYY-Syndrom sowie Lernschwierigkeiten und Legasthenie. Mit 16 Jahren versuchte er, einen siebenjährigen Jungen zu erwürgen. Bis 1995 sammelte er 17 Verurteilungen wegen Gewalt-, Sexual- und Eigentumsdelikten, dazu kamen mindestens fünf weitere Anzeigen wegen Übergriffen auf Kinder, die mangels Beweisen oder aus Rücksicht auf die jungen Opfer nie vor Gericht kamen.

Die Tat

In der Nacht zum 30. Juli 1995 verschwand Sophie aus einem Zelt, in dem sie im Garten ihrer Großeltern in Llandudno campierte. Wenige Stunden später wurde ihr Leichnam am Strand von Craig-y-Don angespült. Die Obduktion ergab, dass sie vor ihrem Tod durch Erwürgen schwer misshandelt worden war, mit gebrochenen Knochen und zahlreichen Prellungen. Vermutlich um Spuren zu beseitigen, warf der Täter ihren Körper ins Meer.

Ermittlung und Prozess

Er wurde noch am Tag des Fundes festgenommen, doch zunächst fehlten belastbare Beweise, sodass die Polizei ihn wieder freilassen musste. Erst als Ermittler kinderpornografisches Material in seiner Wohnung entdeckten, konnte Anklage wegen Mordes erhoben werden. Direkte forensische Beweise für die Tat selbst gab es beim Prozess am Chester Crown Court kaum, dafür belastende Zeugenaussagen: Sein eigener Vater berichtete von einem Geständnis, ein Zeuge will ihn mit einem Sack auf der Straße gesehen haben, ein anderer erinnerte sich an frühere Äußerungen über Vergewaltigungsfantasien. Am 18. Juli 1996 sprachen die Geschworenen ihn einstimmig in allen Anklagepunkten schuldig. Der zuständige Richter nannte ihn bei der Urteilsverkündung einen Unmenschen und empfahl, ihn niemals freizulassen.

Nachwirkungen

Berufungen gegen das Urteil scheiterten 1997 und 2001. 2002 legte der britische Innenminister eine Mindesthaftdauer von 50 Jahren fest, eine Entlassung wäre damit frühestens 2045 möglich. Eine Organisation, die sich für vermeintliche Justizirrtümer einsetzt, unterstützt bis heute seinen Fall, ohne dass dies bislang zu einer gerichtlichen Überprüfung geführt hätte. Howard Hughes sitzt weiterhin in Haft.