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Horst David

genannt „Würger von Regensburg"

Die Regensburger Altstadt an der Donau
High Contrast, via Wikimedia Commons · CC BY 3.0 DE
7
Opfer
„Würger von Regensburg"
verstorben
SerienmörderRegensburg , Deutschland
Aktive Jahre
1975–1993
Modus Operandi
Erwürgen

Horst David wurde am 22. November 1938 im damals deutschen Breslau geboren und starb am 8. November 2020 in der Justizvollzugsanstalt Straubing. Als „Würger von Regensburg” erwürgte er zwischen 1975 und 1993 sieben Frauen, ehe ein Fingerabdruck auf einer Coca-Cola-Flasche ihn fast zwei Jahrzehnte nach der ersten Tat überführte.

Werdegang

Er absolvierte eine Malerlehre und arbeitete danach als Anstreicher, bevor er sich im Regensburger Ortsteil Hainsacker niederließ. 1963 heiratete er und bekam zwei Söhne. Häufige Reisen nach München und Hamburg, bei denen er sein Geld für Frauen und Vergnügen ausgab, brachten ihn und seine Familie wiederholt in finanzielle Nöte.

Taten

Im August 1975 erwürgte er innerhalb weniger Tage in München die beiden Prostituierten Waltraud Frank und Fatima Grossart, offenbar im Streit um Bezahlung. Danach blieb es lange still um ihn, bis er ab den frühen 1980er Jahren im Raum Regensburg erneut zuschlug: Barbara Ernst (59) im April 1981, Martha Lorenz (67) im Januar 1983, Maria Bergmann (70) im Oktober 1984, Kunigunda Thoss (84) im Januar 1992 und schließlich seine eigene Nachbarin Mathilde Steindl im September 1993. Um die Taten als Unfälle im Haushalt zu tarnen, legte er den Frauen jeweils ein Staubtuch oder Geschirrtuch in die Hand.

Ermittlung und Festnahme

Der Mord an Mathilde Steindl brachte 1993 erste Ermittlungen gegen ihn in Gang, zunächst ohne greifbares Ergebnis. Den entscheidenden Durchbruch brachte 1994 der neu eingeführte automatisierte Fingerabdruck-Identifizierungsdienst AFIS: Ein Abdruck, den er 1975 auf einer Coca-Cola-Dose in der Wohnung von Fatima Grossart hinterlassen hatte, ließ sich nun eindeutig ihm zuordnen, fast zwanzig Jahre nach der Tat. Mit den Beweisen konfrontiert, gestand er nach und nach sechs weitere Morde. Ermittler werteten seine Kooperationsbereitschaft später als Hinweis auf ein noch vorhandenes Gewissen.

Prozess und späteres Leben

Das Landgericht München verurteilte ihn im Dezember 1995 wegen siebenfachen Mordes zu lebenslanger Haft. Vor Gericht bestritt er finanzielle Motive und erklärte, Streit und Wut, teils auf seine Exfrau übertragen, hätten ihn zu den Taten getrieben. Das Urteil nahm er nahezu emotionslos auf. Er verbrachte den Rest seines Lebens in der Justizvollzugsanstalt Straubing und starb dort im November 2020 im Alter von 81 Jahren.

Nachwirkungen

Der Fall gilt als einer der spektakulärsten Ermittlungserfolge der deutschen Nachkriegskriminalgeschichte, weil er zeigte, wie neue Fahndungstechnik jahrzehntealte ungelöste Fälle aufklären kann. Erhaltene Briefe von ihm wurden später in Zeitungsreportagen und Podcasts wieder aufgegriffen, weil sie Einblick in seine Sicht auf die eigenen Taten geben.