Honolulu Strangler
- Serienmörder — Honolulu , USA
- Aktive Jahre
- 1985–1986
- Modus Operandi
- ErwürgenVergewaltigung
Zwischen Mai 1985 und Mai 1986 vergewaltigte und erwürgte ein bis heute nicht identifizierter Täter auf der hawaiianischen Insel Oahu mindestens fünf Frauen, deren Hände hinter dem Rücken gefesselt waren. Die Leichen wurden an Lagunen und Bachläufen rund um Honolulu abgelegt, teils unbekleidet oder nur teilweise bekleidet. Der als „Honolulu Strangler” bekannte Täter wurde trotz einer eigens gegründeten Sonderkommission nie gefasst.
Die Taten
Am 30. Mai 1985 wurde die 25-jährige Vicki Gail Purdy in der Keehi-Lagune gefunden. Am 15. Januar 1986 folgte die erst 17-jährige Regina Sakamoto, ebenfalls in der Keehi-Lagune. Am 1. Februar 1986 wurde die 21-jährige Denise Hughes im Moanalua-Bach entdeckt, am 2. April 1986 die 25-jährige Louise Medeiros im Waikele-Bach. Am 3. Mai 1986 wurde schließlich die 36-jährige Linda Pesce auf Sand Island gefunden. Alle Opfer waren vergewaltigt und mit den Händen auf dem Rücken gefesselt erwürgt worden, mehrere hatte der Täter zuvor offenbar an Bushaltestellen oder ähnlich ungeschützten Orten angesprochen.
Ermittlung
Am 5. Februar 1986 richtete die Polizei von Honolulu eine 27-köpfige Sonderkommission ein, unterstützt vom FBI und Ermittlern der Green-River-Sonderkommission aus dem Bundesstaat Washington, die zu dieser Zeit einen ähnlich gelagerten Fall bearbeiteten. Die Ermittler erstellten ein Täterprofil, das einen ortskundigen Gelegenheitstäter mit Wohn- oder Arbeitsort in den Vierteln Waipahu oder Sand Island nahelegte. Zeugen beschrieben einen hellen Lieferwagen sowie einen weißen oder gemischtrassigen Mann.
Der Hauptverdächtige
Am 9. Mai 1986 nahm die Polizei Howard Gay fest, nachdem sowohl seine Ex-Frau als auch seine damalige Freundin berichtet hatten, er habe eine ausgeprägte Vorliebe für Fesselpraktiken, die den Umständen der Taten entsprachen. Er bestand einen Lügendetektortest nicht, wurde jedoch mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen und nie angeklagt. Er starb 2003, ohne dass sich der Verdacht gegen ihn je forensisch erhärten oder entkräften ließ.
Warum der Fall ungelöst blieb
Da mehrere Opfer offenbar zufällig an öffentlichen Orten wie Bushaltestellen angesprochen wurden, fehlte den Ermittlern ein klarer persönlicher Zusammenhang zwischen Täter und Opfern, der die Suche hätte eingrenzen können. Die vorhandenen Zeugenbeschreibungen blieben zudem zu unspezifisch für eine zweifelsfreie Identifizierung.
Nachwirkungen
Der Fall zählt bis heute zu den bekanntesten ungeklärten Verbrechen Hawaiis und wird von der Polizei Honolulus formal weiterhin als offener Fall geführt. Angehörige der Opfer und lokale Journalisten forderten in den vergangenen Jahren wiederholt eine erneute forensische Untersuchung der noch erhaltenen Spuren mittels moderner DNA-Technik.